B2B
24.08.2012

Bures verlängert AIT-Chefs

Außerdem gab die Infrastrukturministerin dem Austrian Institute of Technology (AIT) den Auftrag zum Wachstum.

Die Amtszeit der beiden Geschäftsführer des Austrian Institute of Technology (AIT), Wolfgang Knoll (Wissenschaft) und Anton Plimon (Wirtschaft), wird um weitere fünf Jahre verlängert. Diese Personalentscheidung gab Infrastrukturministerin Doris Bures (S) am Donnerstag bei der Eröffnungs-Pressekonferenz zu den diesjährigen Alpbacher Technologiegesprächen bekannt. Verbunden damit gab sie dem AIT den Auftrag zum Wachstum.

Bures bezeichnete die 2008 bestellten und nun verlängerten AIT-Chefs als „tolles und bewährtes Team", die das AIT in den vergangenen Jahren erfolgreich restrukturiert sowie wissenschaftlich und wirtschaftlich neu aufgestellt hätten. Nachdem diese Restrukturierung nun abgeschlossen sei, gehe es darum, einen Wachstumskurs einzuschlagen. Die Aufgabe sei, das AIT noch stärker als international exzellente Forschungseinrichtung in Infrastrukturthemen zu positionieren und noch mehr anerkannte Top-Forscher nach Österreich zu holen. Ob es für diesen Wachstumskurs auch zusätzliche öffentliche Mittel für die zu 50,46 Prozent im Eigentum des Bundes, der Rest im Besitz heimischer Unternehmen stehende Forschungseinrichtung geben wird, ließ Bures offen.

Seibersdorf
Mit einem EGT von 2,1 Mio. Euro (2010: 3,5 Mio. Euro) hat das vor einigen Jahren noch schwer angeschlagene ehemalige Forschungszentrum Seibersdorf 2011 den vierten Jahresabschluss in Folge mit schwarzen Zahlen vorgelegt. AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch hatte kürzlich erklärt, sich beim Wachstum an Einrichtungen wie dem Paul Scherrer Institut zu orientieren, dem größten Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. Das AIT habe nicht einmal zwei Drittel von dessen Budget, es gelte diesen Abstand zu verringern.

Bures verwies auf verschiedene Initiativen ihres Ressorts zur Forschungsförderung in Klein- und Mittelbetrieben, etwa das vergangenen Montag präsentierte Programm „Markt Start" zur Förderung von jungen, innovativen Unternehmen. Dieses sei ein „weiterer Mosaikstein" auf dem Weg Österreichs zu den Top-Drei-Innovationsländern, dem Ziel der Bundesregierung in ihrer Forschungsstrategie.

Innovationsland Österreich
Im Vorjahr hatte Bures die Initiative „Innovationsland Österreich" gestartet, bei der sich 22 Unternehmen verpflichten haben, ihre Forschungsaufwendungen bis 2015 um 20 Prozent zu erhöhen. Ein Jahr später seien die Forschungsaufwendungen dieser Firmen bereits um 14 Prozent gestiegen, das Ziel werde also sicher erreicht, sagte Bures.

Der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, warnte davor, angesichts der zahlreichen Initiativen für KMU bei der Forschungsförderung die Leitbetriebe zu vergessen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass diese abwandern, „wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis", sagte Kapsch.

Androsch warnt
Als Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) warnte Androsch vor einem Rückgang der öffentlichen Forschungsförderung. Diese habe eine „Sogwirkung auf die private Forschung", deshalb müsse der seit 2008 eingetretene Stillstand beim Wachstum der Forschungsausgaben überwunden werden. „Wir brauchen wieder einen ansteigenden Finanzierungspfad, sonst werden wir das Strategieziel nicht erreichen", sagte Androsch.

18 Millionen für Doktoratsausbildung
Außerdem haben Bures und Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle und angekündigt, die Doktoratsausbildung mit 18 Millionen Euro Fördermittel weiter auszubauen.

Der Minister unterstrich den hohen Stellenwert der gezielten Nachwuchsförderung als zentraler Standortfaktor und kündigte im Zuge der erweiterten Förderung die zweite Ausschreibung des „Phönix-Preises" an, mit dem junge Unternehmer ausgezeichnet werden.

Außerdem ging Töchterle auf die Bedeutung privater Mittel für Wissenschaft und Forschung ein. In diesem Zusammenhang wurde angekündigt, dass Unis im Rahmen des Hochschulraum-Strukturfonds das Einwerben von Sponsoringgeldern von Unis honoriert werden sollen. "Wir setzen damit einen Schritt im Bereich des privaten Sponsorings von universitärer Forschung", so Töchterle.