B2B
29.05.2018

Elektrogroßhändler spart mit IoT-Plattform 15 Prozent Energie

Mithilfe von Big-Data-Analyse und zahlreicher Sensoren konnte der Großhändler Rexel Stromfresser ausfindig machen.

Der französische Elektrogroßhändler Rexel konnte mithilfe der Cloud-Plattform Mindsphere den Energieverbrauch seines österreichischen Zentrallagers um 15 Prozent reduzieren. Das entspricht 150.000 Kilowattstunden pro Jahr – so viel wie 40 Einfamilienhäuser pro Jahr verbrauchen würden.  Auch der ökologische Fußbadruck wird reduziert, pro Jahr fallen 60 Tonnen CO2 weniger an. Ermöglicht wurde das durch eine von Rexel und Siemens entwickelte App, die mithilfe vernetzter Sensoren und Messgeräte nach Einsparpotenzialen im Unternehmen sucht. Die Lösung setzt auf MindSphere, das von Siemens entwickelte „Betriebssystem für das Internet der Dinge“.

MindSphere im Einsatz

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Die Auswertung durch die App förderte überraschende Ergebnisse zutage. So wurde etwa angenommen, dass der Motorenbereich, in dem beispielsweise rund um die Uhr eine Kabelschneidmaschine in Betrieb ist, den meisten Strom verbraucht. Tatsächlich sind aber die Beleuchtung sowie die IT-Ausstattung der Büros die größten Energieverbraucher im Unternehmen. 

Auf Basis dieser Daten wurden Maßnahmen beschlossen, die rasch Erfolg zeigten. So kann die Beleuchtung der Gänge im Zentrallager nun individuell gedimmt werden. So wird ein Bereich, in dem gerade keine Waren liegen, nur schwach ausgeleuchtet. Zudem versuchte man durch bauliche Maßnahmen das Tageslicht besser zu nutzen. Durch diese Maßnahmen allein konnten rund 1400 Euro pro Monat eingespart werden.

Lösung soll anderen Unternehmen angeboten werden

Rexel ist einer der größten Elektrogroßhändler der Welt und beliefert Unternehmen unter anderem mit elektronischen Automatisierungs-, Sicherheits- und Beleuchtungslösungen. Im oberösterreichischen Weißkirchen befindet sich ein 23.000 Quadratmeter großes Zentrallager, in dem rund 160 Mitarbeiter beschäftigt werden. „Die EU-Energieeffizienzrichtlinie hat uns den nötigen Impuls für eine richtige Entwicklung gegeben“, erklärt Michael Hauser, Geschäftsfeldleiter Industrie bei Rexel. Man sei eines der ersten Unternehmen, das Energiedaten an MindSphere überträgt. Entwickler Siemens hat dabei keinerlei Zugriff auf die Daten und stellt lediglich die Infrastruktur zur Verfügung.

Das System soll nun ausgeweitet werden und wird künftig auch im deutschen Zentrallager in Bad Hersfeld eingesetzt. Da der Aufbau der Lager relativ ähnlich ist, ließ sich das Konzept rasch adaptieren. Die Lösung soll aber nicht nur auf Rexel beschränkt bleiben. Das Unternehmen will die Technologie gemeinsam mit Siemens weiterentwickeln und anderen KMUs anbieten.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen Siemens und futurezone.