WETTBEWERB
12/17/2010

EU weitet Verfahren gegen Google aus

Untersuchung um Beschwerde deutscher Verleger erweitert

Die Europäische Kommission weitet ihr Wettbewerbsverfahren gegen Google aus. Nachdem das Microsoft-Verbraucherportal Ciao und andere Google-Wettbewerber eine Beschwerde bei der EU gegen den US-Suchriesen angeschoben haben, werde die Untersuchung nun auch um die Beschwerde der deutschen Verleger erweitert. Das berichtet die "WirtschaftsWoche" in ihrer kommenden Ausgabe. Auch eine mögliche Benachteiligung eines Berliner Stadtplandienstes werde untersucht.

Missbrauchsverfahren

Die EU-Kommission prüft, ob Google bei der Online-Suche Ergebnisse manipuliert hat, um eigene Dienste wie Google Maps und Google News bei den Treffern an vorderster Stelle zu platzieren. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben deshalb ein Missbrauchsverfahren eingeleitet - falls sich die Vorwürfe erhärten, droht dem Konzern ein hohes Bußgeld.

Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte, die Europäische Kommission übernehme automatisch die Verfahren von Mitgliedsstaaten, die sich in der Sache überschneiden. "Das ist hier der Fall. Wir arbeiten weiterhin kooperativ mit der Kommission sowie den nationalen Behörden zusammen und erläutern die verschiedenen Aspekte unseres Geschäfts."

EU-Kommissar für Wettbewerb, Joaquín Almunia liegen Beschwerden von mehreren Google-Konkurrenten vor, die sich benachteiligt sehen. So wurden Anfang Februar die britische Preisvergleichs-Website Foundem, die Justizsuchmaschine ejustice und das zu Microsoft gehörende deutsche Verbraucherportal Ciao vorstellig. Ciao hatte wie die Verleger zuvor auch beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht.

(dpa)