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B2B
05/29/2020

Ex-Laudamotion-Mitarbeiter spricht von haarsträubenden Erfahrungen

Der Flugbegleiter wolle sich nie wieder in ein Laudamotion-Flugzeug setzen, erzählt er in einem Interview.

Die Umstände bei der Ryanair-Tochter Laudamotion sollen nicht nur in Bezug auf die schlechte Bezahlung des Personals haarsträubend sein. Die Verhandlungen um den neuen Kollektivvertrag scheiterten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut, was das Aus für die Fluglinie und ihre 500 Mitarbeiter bedeuten kann.

Nun sorgt ein Interview von Austrian Wings mit dem ehemaligen Lauda-Flugbegleiter für weiteres Aufsehen. Eine Anfrage der futurezone zur Stellungnahme von Laudamotion läuft. Nach der Übernahme von Ryanair habe sich die Unternehmenspolitik stark verändert. Im Interview äußerte er die Vermutung, das Mutterunternehmen könnte die Mitarbeiter abgehört haben.

Techniker mussten googlen

Auch seien die technischen Umstände katastrophal. So seien nicht alle Techniker ausreichend ausgebildet und hätten mitunter googlen müssen, bevor sie ein Flugzeug kontrollieren, für das sie nicht geschult waren. Ryanair fliegt vor allem mit der Boeing 737-800, bei Laudamotion kommt der Airbus A320-200 zum Einsatz. Er erzählt weiter, dass die Flugzeuge mitunter in fluguntüchtigem Zustand abhoben. So sei ein Pilot verbotenerweise mit kaputten Bordcomputern geflogen, da er unter Zeitdruck stand. Er fügte an: „Ich werde mich sicher nicht mehr in ein Flugzeug von Lauda setzen“.

Zudem habe man das Bargeld aus dem Bordverkauf in einem Safe gesammelt und einmal wöchentlich in roten Ledertaschen von der Crew nach Taiwan oder Malaga transportiert, berichtet der ehemalige Flugbegleiter. Es soll sich um 30.000 bis 60.000 Euro wöchentlich gehandelt haben, die man am Zielort einem Ryanair-Mitarbeiter übergeben habe. So sei das Geld am deutschen und österreichischen Staat vorbei nach Dublin transportiert worden. Eine Meldung durch Lauda-Mitarbeiter beim deutschen Finanzamt habe ergeben, dass man dagegen nichts unternehmen könne.

Derzeit befindet sich die Fluggesellschaft im Streit mit der Gewerkschaft. Sie kam der Forderung der neue Kollektivvertrag dürfe die Armutsschwelle von 1.300 Euro nicht unterschreiten, bisher nicht nach. 400 der 500 Mitarbeiter am Standort Wien wurden bereits beim AMS angemeldet. Ryanair will die Flüge von Wien aus künftig selbst übernehmen. 

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