B2B
28.10.2016

FLIP: Erste Bank startet Financial Life Park

Im Financial Life Park der Erste Bank lernen Kinder und Jugendliche spielerisch den Umgang mit Geld. Am Freitag wurde FLIP eröffnet.

Müssen der Preis und der Wert einer Sache eng beieinander liegen? Das ist einer der Fragen, mit der 20 Wiener Gymnasiasten im Financial Life Park an diesem Morgen begrüßt werden. In den kommenden zwei Stunden werden sie in den fünf Stationen des FLIP am Erste Campus beim Wiener Hauptbahnhof spielend an den Umgang mit Geld herangeführt. Sie werden monatliche Budgets erstellen, Wirtschaftsthemen diskutieren und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen lernen. "Menschen sollen lernen, sinnvolle finanzielle Entscheidungen zu treffen", sagt Andreas Treichl, Chef der Erste Group Bank AG, bei der Eröffnung des Financial Life Park am Freitag, die von einer Panne unterbrochen wurde.

Unter der Woche stehen die auf zwei Stockwerke verteilten 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche des FLIP Schulklassen für Führungen zur Verfügung. Die Ausstellung steht von Montag bis Freitag bei freiem Eintritt aber allen Interessierten offen. Das Programm richtet sich nach dem Alter der Besucher und wurde jeweils speziell für DetektivInnen (10 bis 14 Jahre), EntdeckerInnen (15 bis 17 Jahre) und ExpertInnen (18 Jahre und älter) erarbeitet. Zwei Wissensvermittler führen die Schülergruppen durch die Ausstellung. Daneben gibt es eine Bibliothek und einen Workshopraum, in dem künftig Veranstaltungen stattfinden sollen.

Die steigende Verschuldung von Jugendlichen sei einer der Hauptgründe gewesen, den Financial Life Park ins Leben zu rufen, sagt FLIP-Kuratorin Nina von Gayl der futurezone. Das FLIP wolle die Sicherheit im Umgang mit Geld erhöhen und das Risikobewusstsein bei seinen Besuchern schärfen, sagt FLIP-Leiter Philip List. Damit trage zur zur Vorsorge gegen Überschuldung und letztlich auch zur Armutsprävention bei.

Rundgang im FLIP

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Interaktives "Wallet"

Zum Auftakt der Führung durch den Financial Life Park erhalten die Schüler ein " Wallet". Dabei handelt es sich um ein speziell für die Führungen konzipiertes Tablet, auf denen den Besuchern Fragen gestellt werden und mit dem sie mit den Ausstellungsgegenständen interagieren können. Sie können damit etwa Symbole und Gegenstände einscannen und erhalten dann Zusatzinformationen. Auf den "Wallets" verplanen die Besucher auch ihre Budgets, die ihnen je nach Alter bei der ersten der fünf Stationen zur Verfügung gestellt werden.

"Die Jugendlichen verstehen das System sofort", sagt von Gayl: "Bei Erwachsenen dauert es manchmal etwas länger." Entwickelt wurde das technische System von der Firma jangled nerves, die auch für das Erscheinungsbild und die 3D-gedruckten Exponate der Ausstellung verantwortlich zeichnet. Hinter der Ausstellung stehe eine komplexes System erzählt Oliver Fuchs, FLIP-Projektleiter bei der Münchner Agentur. Über ein WLAN-Netzwerk kommunizieren die "Wallets" der Besucher mit einem Hauptserver, der die Inhalte ausspielt, ins Internet kommen die Besucher mit dem Tablet nicht. Die Inhalte wurden von den Kuratoren erarbeitet und von einem internationalen Beirat geprüft, dem unter anderem Experten von der Standford University, der WU Wien und der Österreichischen Schuldnerberatung angehören. Die Erste Bank tritt zwar als FLIP-Betreiber auf, in der Ausstellung selbst wird aber auf jegliche Form von Werbung verzichtet.

Permanenter Wechsel

Sind zwei Stunden nicht zu lange, um die Aufmerksamkeit der jugendlichen Zuhörer zu behalten? "Nein", sagt FLIP-Kuratorin von Gayl. "Wir tun uns schwer, das Programm auf zwei Stunden zu begrenzen." Die Führung sei auch so gestaltet, dass es einen permanenten Wechsel zwischen Zuhören und aktivem Mitmachen gebe. In dem seit Mai laufenden Testbetrieb habe man nicht einmal gesehen, dass Schüler während der Führung mit dem Handy spielen oder sich anderweitig beschäftigen würden.

Warum werden die Führungen erst ab zehn Jahren angeboten? Eine Vorstellung von Geld müsse vorhanden sein, sagt von Gayl. Die Schüler müssten bereits auch sinnerfassend lesen können. Ende 2016 soll eine englische Sprachversion zur Verfügung stehen. Anfang 2017 sollen auch Führungen in Slowakisch angeboten werden. Ab dem nächsten Jahr werden die fünf Wissensstationen des FLIPS auch samstags für Familien offenstehen. Auch eine Version in leichterer Sprache ist geplant.

"Finanzgenie"

Zum Schluss bekommen die Besucher die Gelegenheit, die ihnen zu Beginn der Tour gestellten Fragen noch einmal zu beantworten. Auf diese Weise werde der Lernerfolg überprüft, sagt von Gayl. Wer alle Fragen richtig beantwortet hat, weiß dann auch, dass Preis und Wert einer Sache nicht unbedingt deckungsgleich sein müssen und kann sich als "Finanzgenie" bezeichnen.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen. Die redaktionelle Verantwortung obliegt allein der futurezone-Redaktion.