B2B
17.12.2014

HoT: "T-Mobile hat einfach das bessere Netz als Drei"

Mit dem Hofer-Mobilfunkangebot HoT kommt Bewegung in den Markt. Ventocom-Chef Michael Krammer, der hinter der Hofer-Marke steht, präsentierte weitere Informationen zu HoT.

Nur einen Tag nach der Tarifpräsentation der Hofer-Mobilfunkmarke HoT hat der virtuelle Netzbetreiber Ventocom, der 100 Prozent Inhaber von HoT ist, weitere Details bekanntgegeben. Ex-Orange-Chef und nun Ventocom-Geschäftsführer Michael Krammer meinte zur Entscheidung, T-Mobile und nicht etwa Drei als Infrastruktur-Partner ausgewählt zu haben: "T-Mobile hat einfach das bessere Netz als Drei, auch von der technischen Infrastruktur dahinter. Sagen wir mal so: Die deutsche Ingenieurskunst hat uns mehr überzeugt."

Krankjammern der Branche

Aber auch sonst hielt Krammer bezüglich der Einschätzung der Mobilfunkbranche nicht zurück. Auf die Frage der futurezone, warum die Netzqualität in den vergangenen Jahren abgenommen habe und wie Österreich den von einigen Branchenexperten diagnostizierten Rückstand beim LTE-Ausbau aufholen könne, sah Krammer das Problem auch hausgemacht. "Wenn die Mobilfunker jahraus, jahrein jammern, dass sie investieren müssen, die Frequenzaktion zu teuer ist, nicht genügend Geld dafür da ist, da darf man sich nicht wundern, wenn das Schlechtreden irgendwann auch von den Kunden geglaubt wird", so Krammer.

Das österreichische Netz zähle immer noch im internationalen Vergleich zu den besten. Durch die späte Frequenzversteigerung habe man bei LTE zwar ein bisschen Zeit verloren, der Ausbau werde in diesem Jahr aber zügig vorangehen, zeigte sich Krammer bei dem Pressegespräch überzeugt. Für HoT sei die Technologie LTE kein Vermarktungskriterium: "Ja, wir werden noch 2015 LTE anbieten, aber Kunden interessieren sich nicht für den Namen der Technologie, sondern die Bandbreite, die sie beim Download haben können."

Alles über LTE nicht möglich

Die derzeitige Vermarktungsstrategie, LTE und somit die mobile Datenverbindung als kompletten Ersatz für schnelle Festnetz- und Kabel-Anschlüsse zu forcieren, hält Krammer für falsch. "Dass in einer Funkzelle mehrere Leute gleichzeitig Netflix in 4K und Sky go streamen - da bezweifle ich stark, dass sich das von den Kapazitäten ausgeht", sagte Krammer.

Als virtueller Netzbetreiber will Ventocom weitere Mobilfunkmarken ins Leben rufen. Neben Hofer, der der einzige Lebensmittelhändler bleiben wird, seien aber auch Banken, Versicherungen oder Medienhäuser als potenzielle Partner interessant. Auch diese Marken würden über das T-Mobile-Netz realisiert werden. Aktuell will sich Ventocom aber ausschließlich auf den Start von HoT konzentrieren.

24-Monats-Verträge als Auslaufmodell

Krammer rechnet, dass sich durch Anbieter wie HoT Tarifmodelle der etablierten Mobilfunkanbieter verändern und an das tatsächliche Kundenverhalten anpassen werde. "SIM-only ohne gestütztes Handy, dafür aber mit transparenten, flexiblen und vor allem günstigen Tarifen wird die Zukunft sein. 24-Monats-Verträge sind definitiv ein Auslaufmodell", ist Krammer überzeugt.

Beim eigenen Angebot setzt HoT auf ein Konzept, das Eigenschaften von Prepaid-Wertkarten und klassischen Verträgen kombiniert. De facto funktioniert die HoT-Abrechnung über Prepaid, als das Aufbuchen eines bestimmten Betrages auf den eigenen Account. Eine Reihe von Einstellungen ermöglichen das automatische Aufbuchen von zusätzlichen Beträgen - etwa wenn im Ausland höhere Gebühren anfallen oder man die vorgesehenen Monatspakete automatisch verlängern will. Auch ein Kostenmaximum kann festgelegt und jederzeit online bzw. per App verändert werden. Neben klassischen Ladebons werden auch Bankeinzug oder Kreditkarten unterstützt.

Ein Megabyte als Dateneinheit

Stellung nahm das Ventocom-Team auch zur teilweise geäußerten Kritik, dass die Abrechnung von Daten in 1-Megabyte-Einheiten erfolge. Da Smartphones durchgehend auf das Internet zugreifen, falle folglich nicht bei jedem einzelnen App-Zugriff ein Megabyte an Daten an. Lediglich wenn die Datenverbindung - etwa durch einen Netzabbruch - komplett abreiße, falle unter Umständen beim Wiedereinstieg wieder mindestens ein Megabyte an Datenvolumen an. Ein Wechsel zwischen 3G, Edge und anderen internen Netzen zähle nicht als Neueinwahl, versuchten die HoT-Verantwortlichen zu beruhigen.