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B2B
03/12/2019

Informationsbranche wächst schneller als die Wirtschaft insgesamt

Die Sparte Information, Kommunikation und Consulting machte 2018 um 7,2 Prozent mehr Umsatz, 3,8 Prozent Beschäftigungsplus.

Die rund 130.000 Unternehmen in den Sektoren Information, Kommunikation und Consulting sind 2018 deutlich stärker gewachsen als Österreichs Wirtschaft insgesamt, und auch für heuer sind die Betriebe zuversichtlich und rechnen mit einem kräftigen Umsatz- und Beschäftigungsplus. Das hat eine Konjunkturerhebung der KMU Forschung Austria bei 2.100 kleinen und mittleren Betrieben ergeben.

"Wir sind eine Sparte, die im Wachstum begriffen ist - sowohl was die Anzahl der Mitglieder, aber auch, was die Auslastung und die Umsatzsituation betrifft", sagte der Obmann der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer, Robert Bodenstein, am Dienstag vor Journalisten in Wien. Die Beschäftigung in der Sparte sei im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf rund 230.000 gestiegen, der Umsatz habe nominell um 7,2 Prozent und preisbereinigt um 5,9 Prozent zugelegt, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vorjahr real um 2,7 Prozent gewachsen sei, berichtete Bodenstein. Der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz der Sparte Information und Consulting beträgt 13,6 Prozent, die Investitionsquote 6,5 Prozent - die Wirtschaftsleistung der Sparte wird mit 75 Mrd. Euro beziffert.

Anhaltender Trend

Das Wachstum sei ein positiver Trend und keine kurzfristige Entwicklung, betonte Bodenstein. Seit 2014 habe es immer ein hohes einstelliges Wachstum gegeben und auch für das laufende Jahr erwarten die Unternehmen Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 6,3 Prozent, sagte Iris Fischl von der KMU Forschung Austria. Beim Beschäftigtenstand wird ein Plus von 6,5 Prozent prognostiziert und die Investitionen sollen um 4,6 Prozent gesteigert werden. Die Unternehmen seien Anfang des Jahres befragt worden und hätten ihre aktuelle Auftragslage mit der Durchschnittsnote von 2,1 bewertet, sagte Fischl. 62 Prozent der Betriebe hätten die Noten 1 und 2 vergeben ("sehr gut" und "eher gut"), 28 Prozent seien zufrieden mit der Auftragslage und 10 Prozent würden ihre Auftragslage mit "eher schlecht" bewerten.

Die Sparte besteht aus zehn Fachverbänden, zu ihnen gehören das Entsorgungs- und Ressourcen-Management (Abfallwirtschaft), Finanzdienstleister, Werbung, Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT, Ingenieurbüros, Druck, Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Buch- und Medienwirtschaft, Versicherungsmakler sowie Telekom- und Rundfunkunternehmen. Am stärksten gewachsen sind 2018 die Immobilien- und Vermögenstreuhänder mit 12,6 Prozent sowie die Unternehmensberater mit 9,9 Prozent. Schwächer war das Wachstum in den Bereichen Druck (+4,3 Prozent), Finanzdienstleistungen (+3,9 Prozent) und Abfallwirtschaft (+2,4 Prozent). Dabei sei das Wachstum nur zu einem geringen Teil Preiserhöhungen geschuldet, sagte Bodenstein. "Wir sind mit der Preisentwicklung deutlich unter der Inflationsrate und dem BIP-Wachstum."

Hohe Investitionen

Die Investitionen sind besonders im IT-Bereich (9,9 Prozent des Umsatzes) und in der Abfallwirtschaft (9,7 Prozent) sehr hoch, vergleichsweise wenig investiert wird von den Versicherungsmaklern (3,3 Prozent) und in der Druck-Branche (3,0 Prozent). "Es gibt einen Druckmarkt im Großinvestitionsbereich, der verträgt auf österreichische Verhältnisse zwei Betriebe", sagte der Geschäftsführer der Bundessparte Information und Consulting, Josef Moser. "Die anderen sind in einem Bereich tätig, wo es Spezialaufträge und Spezialverarbeitungen gibt. Da sind auch relativ große Betriebe dabei, allerdings mit relativ langen Investitionszyklen."

Durch die Digitalisierung habe sich der Druckereimarkt massiv verändert, und dieser Prozess sei noch nicht beendet. "Derzeit haben wir in dem Bereich rund 600 Mitgliedsunternehmen, der Fachverband hat sich in den letzten zehn Jahren praktisch halbiert", so Moser. In den letzten ein, zwei Jahren habe es eine Stabilisierung gegeben, aber der Preisdruck aus Tschechien, der Slowakei, Süddeutschland, Kroatien und Slowenien sei hoch und "alles andere als lustig derzeit für die Betriebe".