B2B
30.11.2011

Internet belebt Pakethandel

Umsatzmenge von Paketdiensten in Europa wieder auf Vorkrisenniveau

Der Internethandel hat dem europäischen Markt für Kurier- Express- und Paketdienste (KEP) zu neuem Aufschwung verholfen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor. Die Gesamtmenge der Sendungen stieg 2010 um sechs Prozent im Vergleich zum Jahr davor auf fünf Milliarden und liegt damit sogar wieder leicht über dem Vorkrisenniveau von 2008 (4,8 Milliarden Sendungen).

Der Umsatz stieg im Jahresabstand auf 42 Milliarden Euro. Das ist zwar ein Plus von vier Prozent, ist aber dennoch um fünf Prozent niedriger als noch vor der Krise. Ursache für den schwächeren Gesamtumsatz ist die Dominanz von eher leichten und damit billigeren Sendungen. Außerdem setzt die hohe Nachfrage nach günstigen Standard-Angeboten die Anbieter unter Druck. In Deutschland etwa entfallen bereits 96 Prozent der Pakete auf Standard-Angebote, Express-Varianten verlieren immer mehr an Bedeutung.

Internehthandel findet vorwiegend national statt
Auf den nationalen Märkten waren vor allem Verträge zwischen Unternehmen und Privatkunden - sogenannte Business to Consumer (B2C) - und E-Commerce Sendungen verantwortlich für das Wachstum. „Das zeigt, dass der Internethandel vor allem noch innerhalb von Landesgrenzen von statten geht und die Verbraucher europaweites Einkaufen nur begrenzt nutzen“, so Ferdinand Salehi von A.T. Kearney.

Die Studie, für die die KEP-Branche in 13 europäischen Ländern untersucht wurde, stellte außerdem einen europaweiten Trend fest. Demnach gibt es im B2C größere Wachstumsraten als im Business-to-Business-Geschäft (B2B). B2C-Sendungen machen derzeit 43 Prozent des Gesamtvolumens aus. International ist der Anteil mit zehn Prozent wesentlich geringer.

Hohe Konzentration am Markt
Der gesamte europäische KEP-Markt ist im letzten Jahr international stärker gewachsen als national. Die bedeutendsten Routen liegen weiterhin zwischen Europa und China sowie Europa und den USA. Allerdings ist der Markt auch stark konzentriert: Die sechs größten Anbieter im Express-Geschäft machen 90 Prozent des Marktes aus.

„Wir gehen davon aus, dass die europäische KEP-Branche spätestens zu Beginn des Jahres 2012 das Umsatzniveau von 2008 wieder erreichen wird. Bis 2013 erwarten wir zudem ein Wachstum der Sendungsmenge von jährlich 4 Prozent“, so Salehi. In den kommenden zwei Jahren werde die Sendungsmenge auf 5,7 Milliarden anwachsen.