B2B
12.05.2017

"Keine Best Practice, sondern wie es wirklich ist"

Sonja Prodinger, Mitveranstalterin des Corporate Culture Jam, über das Forum zur Unternehmenskultur, das am 16. und 17. Mai in der Anker Brotfabrik in Wien stattfindet.

futurezone: Warum braucht es einen Konferenz wie den Corporate Culture Jam? Sonjar Prodinger: So gut wie alle Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass sie von der Digitalisierungswelle nicht verschont bleiben. Im ersten Schritt der Transformation war dieses Thema sehr IT getrieben. Doch wer glaubt, Technik allein führt zum Erfolg, hat einen ganz wesentlichen Aspekt vergessen, nämlich den Menschen. Wer es nicht schafft, die Mitarbeiter auf der Reise in die Zukunft mitzunehmen und das gemeinsame Mindset dahingehend zu bilden, hat keine Chance, eine tragfähige Innovationskultur aufzubauen, die es braucht um in Zukunft eine Chance zu haben. Wir wollen Mut machen und zeigen, dass auch Fehler und Scheitern wichtig sind. Das oberste Ziel ist es, Inspiration und Motivation versprühen.

Wodurch unterscheidet sich der Corporate Culture Jam von anderen Konferenzen? Grundlegend unterscheidet er sich schon mal in der Entwicklung des Konferenzdesigns. Wir sind mit viel Herzblut an die Sache herangegangen und das spürt man. So haben wir schon mit einem wohl durchdachten und extern geleiteten Design Thinking Workshop gestartet, wo wir Personen aus verschiedensten Unternehmen eingeladen haben und hingehört haben, was unsere Teilnehmer wirklich wollen um nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei zu designen. Eines der Erkenntnisse war, dass die Teilnehmenden keine „Best Practice Cases“ hören wollen, sondern wie es wirklich ist.

Was können Unternehmen lernen? Dass es unerlässlich ist, die die breite Masse im Unternehmen für neue Ideen und Haltungen zu begeistern. Nur dann hat die Innovationskultur eine Chance, und die ist ja nicht Selbstzweck, sondern soll letzten Endes Kundennutzen stiften und Unternehmen erfolgreich machen.

Was sollte man mitbringen?Veränderungswillen und die Lust und den Mut, Neues vor Ort auszuprobieren und danach im eigenen Unternehmen anzupacken. Und man sollte Musik mögen, denn die begleitet uns in Form des Vollblutmusiker-Trios „Jetleg Allstars“ improvisativ durch beide Tage. Und wir alle jammen mit.

Welchen Vortrag/ Workshop sollte man auf keinen Fall versäumen? Es wird vor allem in den Parallelprogrammen schwierig werden, sich für einen der Vorträge zu entscheiden, weil wir durch die Bank hochkarätige Beispiele haben. Ein Vortrag, den man nicht versäumen sollte, ist der von Stephan Grabmeier von Haufe-umantis. Ein Software-Unternehmen, das seit Jahren agil lebt. Ein Leitspruch von ihnen: Die Unternehmenskultur bestimmt den Rhythmus der Transformation. Floskeln wie flache Hierarchien, demokratische Entscheidungen, Teamarbeit und dynamische Aufstiegsmöglichkeiten werden bei Haufe-Umantis nicht nur auf die Website geschrieben, sondern tatsächlich gelebt. Zum Beispiel werden Führungskräfte jährlich gewählt – Demokratie pur. Das zeigt, dass Unternehmenskultur wirklich radikal anders sein kann und der wirtschaftliche Erfolg bestätigt diesen Weg.

Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und dem Corporate Culture Jam entstanden. Detaillierte Informationen zu Programm und Vortragenden der Konferenz finden sich unter www.corporate-culture-jam.at.