B2B
06.02.2019

Kryptobörse bekommt 30 Tage, um Laptop von verstorbenem Gründer zu entsperren

QuadrigaCX versucht, den verschlüsselten Offline-Speicher seines verstorbenen Gründers zu knacken, um das Unternehmen zu retten.

Ein kanadisches Gericht hat der Kryptowährungs-Börse QuadrigaCX eine Schonfrist eingeräumt, um seine Angelegenheiten zu regeln. Das Unternehmen hat Zugang zu Vermögen seiner Kunden von umgerechnet 127 Millionen Euro verloren. Der Gründer hat den einzigen Schlüssel zu diesem digitalen Schatz mit ins Grab genommen. Wie TheNextWeb berichtet, wird QuadrigaCX nun alles daran setzen, den verschlüsselten Laptop von Gründer Gerald Cotten zu entsperren. Die Aussichten, dass dies gelingt, sind jedoch eher schlecht.

Keine Hinweise an Cottens Wohnort

Jennifer Cotten, die hinterbliebene Ehefrau des QuadrigaCX-Gründers, gab vor Gericht an, ihr gemeinsames Zuhause nach Hinweisen auf Zugangsdaten zu dem Laptop durchsucht zu haben, allerdings erfolglos. Dass die Kryptobörse vom Vermögen seiner Kunden ausgesperrt ist, wurde erst vor wenigen Tagen bekannt. Nach massenhaften Geldabhebungen musste QuadrigaCX schließlich Ende der vergangenen Woche Konkurs anmelden.

115.000 Kunden betroffen

In den kommenden 30 Tagen muss es QuadrigaCX laut Gericht nun schaffen, sein Problem in den Griff zu bekommen und einen wirkungsvollen Plan vorzulegen, seine Kunden und sonstigen Schuldner zu entschädigen. Ansonsten wird das Unternehmen im Rahmen eines Konkursverfahrens aufgelöst. Die Frist könnte laut Gericht auch verlängert werden, wenn der Sanierungsplan plausibel erscheint, aber mehr Zeit benötigt. Von dem Verlust der Zugangsdaten bei QuadrigaCX sind ungefähr 115.000 Kunden betroffen.