B2B 12.03.2013

Lenovo: Anzeichen für BlackBerry-Übernahme

© Bild: Reuters/Robert Galbraith

In einem Interview mit einer französischen Zeitung deutet der CEO des chinesischen Konzerns an, dass über den Kauf des Smartphone-Herstellers nachgedacht wird.

Wie Lenovo-CEO Yang Yuanqing gegenüber der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos angibt, würde der Deal „Sinn machen". Vorher wolle er aber den Markt noch genauer analysieren und verstehen, wie wichtig das Unternehmen in der Branche ist.

Zuletzt hat Lenovos Chief Financial Officer (CFO) Wong Wai Ming beim World Economic Forums in Davos angedeutet, dass der Konzern an einer Übernahme interessiert sei. „Wir werden nicht zögern, sobald sich die richtige Möglichkeit ergibt", hieß es

.

Analysten skeptisch
Ein Lenovo-Sprecher in Kanada spielte die Übernahmegerüchte herunter und sagte, Yuanqings Äußerungen bedeuteten nicht, dass man in dieser Richtung aktiv werde. Ähnlich sahen es Analysten. „Wir halten eine Übernahme von Blackberry für unwahrscheinlich, vor allem kurzfristig betrachtet", schrieben die Experten von Wells Fargo. Morningstar-Analyst Brian Colello gab zu Bedenken, dass die strikten kanadischen Übernahmegesetze einen solchen Schritt schwer machten. Die Regierung behandele den Konzern und seine Patente schließlich wie Kronjuwelen.

Aktien
Die neuerlich aufgeflammten Gerüchte hatten sehr schnell Auwirkungen auf die Aktie des Unternhemens, das sich zuletzt von Research in Motion (RIM) in BlackBerry umbenannt hat. Das Papier ist um 14,1 Prozent im Wert gestiegen, wie Bloomerg berichtet.

Der einstige Smartphone-Pionier  befindet sich im Klammergriff der stetig wachsenden Rivalen Apple und Samsung. Im Januar wurde dann das neue „Blackberry 10" vorgestellt, das am 22. März in den USA in den Handel kommt. In Kanada, Großbritannien und 20 weiteren Ländern wird es bereits verkauft, Firmenangaben zufolge ist es stärker nachgefragt als erwartet.

"Alles oder nichts"
Experten zufolge geht es nun vor allem auf dem wichtigen US-Markt „um alles oder nichts". Die Verzögerungen bei der Einführung des neuen Modells, Probleme im Management, Quartalsverluste und ein Stellenbau haben das Image der Kanadier stark angekratzt.

Lenovo ist bereits seit einigen Jahren auf Expansionskurs. Seit 2011 wurden unter anderem die Firmen Medion und NEC aufgekauft.

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( futurezone/Reuters ) Erstellt am 12.03.2013