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Personalentscheidung

Microsoft entlässt 18.000 Mitarbeiter

Microsoft hat die zahlreichen Gerüchte bestätigt und Entlassungen im großen Stil bekannt gegeben. Es ist die umfangreichste Kündigungswelle in der Geschichte des Konzerns: 18.000 Mitarbeiter müssen ihren Posten räumen, 12.500 davon beim neu übernommenen Handy-Konzern Nokia. Die Übernahme der Handysparte des finnischen Konzerns wurde Ende April abgeschlossen, rund 27.000 Mitarbeiter wechselten dabei von dem finnischen Konzern zu Microsoft, insgesamt hat der Konzern über 127.000 Mitarbeiter.

Entlassungen innerhalb eines Jahres

Die Kündigungen sollen im Laufe des nächsten Jahres vollzogen werden. Gehen müssen sowohl Mitarbeiter bei Microsoft direkt als auch bei der Verkaufssparte. Das kündigt Satya Nadella persönlich im Rahmen einer Mitteilung an die Mitarbeiter an. Zuvor war von Insidern noch von 6000 Entlassungen berichtet worden.

"Der erste Schritt die richtige Organisation für unsere Ambitionen zu bauen, ist unsere Arbeitskraft neu auszurichten", so der Manager, der Steve Ballmer im Februar 2014 an der Spitze des Konzerns ablöste. „Es ist wichtig festzustellen, dass wir einige Rollen eliminieren, gleichzeitig aber in anderen strategischen Bereichen neue Rollen erschaffen“, so Nadella weiter. Der Konzern wolle laut Nadella Abfindungszahlungen leisten sowie den betroffenen Mitarbeitern teilweise helfen, neue Jobs zu finden.

Nokia X wird offenbar eingestellt

Nadella spricht auch direkt Nokias Android-Projekt Nokia X an. Dabei wurden Smartphones mit Googles Betriebssystem, aber ohne Lizenz von Google beziehungsweise ohne Zugang zum Play Store veröffentlicht. Es ist die gleiche Strategie, die auch Amazon mit seinen Fire-Tablets und dem Fire-Smartphone fährt. Bei Microsoft wird laut Nadella damit wohl Schluss sein: Nokia X werde in Lumia integriert und die Geräte werden mit dem hauseigenen Betriebssystem Windows Phone ausgeliefert. Im Rahmen des Umbaus sollen außerdem alle Phone-Sparten bei Microsoft und Nokia zusammengelegt werden, wie Ex-Nokia-CEO und jetziger Microsoft-Device-Chef Stephen Elop seinerseits in einer Mitteilung an die Mitarbeiter erklärt. Die Handy-Entwicklung soll laut Elop vorwiegend in den finnischen Städten Salo und Tampere stattfinden, die Standorte in Peking und San Diego sollen verkleinert werden.

Österreich-Standort kaum betroffen

Ob und wie stark Österreich vom Stellenabbau betroffen ist, ist noch unklar. Microsoft Österreich verwies auf Anfrage der futurezone lediglich auf die offizielle Stellungnahme des Konzern-Chefs. Aus gut informierten Kreisen war allerdings zu vernehmen, dass die Auswirkungen in Österreich – wenn überhaupt – nur gering sein werden, da von den knapp 400 Mitarbeitern nur einige wenige der Nokia- und Windows-Phone-Sparte zuzuordnen seien. Als fast ausschließliche Vertriebsniederlassung mit vielen Mitarbeitern im Bereich Marketing und Sales sei ein Standort wie Österreich von derartigen Synergiemaßnahmen wie im aktuellen Fall im Normalfall kaum betroffen, heißt es aus dem Microsoft-Umfeld.

Weitere Details zu den Entlassungen sollen im Rahmen der monatlichen Fragestunde der Mitarbeiter mit dem Microsoft-CEO am Freitag beantwortet werden.

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