B2B
11.09.2014

Microsoft stampft Marke Nokia ein

Berichten zufolge plant Microsoft, den Markennamen Nokia nicht mehr länger für seine Mobiltelefone zu verwenden. Markenexperte Thomas Otte erklärt, weshalb das klug ist.

Als Microsoft im September 2013 angekündigt hat, dass es die Smartphone-Sparte des finnischen Firmenkonglomerats Nokia übernehmen werde, waren die Zeiten für Europas Vorzeige-Handyhersteller bereits alles andere als rosig. Den Siegeszug der Smartphones hat das Unternehmen, das einst der größte Mobiltelefon-Hersteller der Welt war, total verschlafen.

APNokia Inc.s new Nokia N93i, a compact and stylish digital camcorder and multimedia computer in one is displayed at the 2007 International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, Wednesday, Jan. 10, 2007. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Nokia Geschichte Werdegang Finnland Mobiltelefon History Galeriebild.

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EPAepa02730630 Jorma Ollila, Chairman Royal Dutch Shell, speaks during the second day of the St. Gallen Symposium, a platform for dialogue on key issues in management, the entrepreneurial environment and the interfaces between business, politics and civil

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dapdFILE - A Monday, May 24, 2010 photo from files of Olli-Pekka Kallasvuo, CEO of Nokia,as he talks during a news conference in New York. Nokia Corp. will replace CEO Olli-Pekka Kallasvuo with Stephen Elop from Microsoft on Sept. 21, the worlds largest h

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REUTERSUnion steward Jarmo Talvitie speaks to the media as Nokia employees leave after a personnel briefing in Tampere, June 14, 2012. Loss-making Finnish cellphone maker Nokia plans to cut another 10,000 jobs globally in its biggest revamp in recent hist

EPAepa02325741 An undated handout provided by Nokia on 10 September 2010 of Canadian Stephen Elop. Finnish mobile phone giant Nokia announced that its chief executive Olli-Pekka Kallasvuo would be replaced by Microsofts Stephen Elop as of 21 September 201

REUTERSMicrosoft CEO Steve Ballmer (R) grabs the arm of Nokia CEO Stephen Elop at a Nokia press event at the Consumer Electronics Show opening in Las Vegas January 9, 2012. Nokia unveiled the Nokia Lumia 900, the first 4G LTE Windows Phone platform device

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Mit der Übernahme, die fast 5,5 Milliarden Euro gekostet hat, hat sich Microsoft auch die Lizenzrechte für die Verwendung des Namens Nokia für Handys gesichert. Zehn Jahre lang gilt der Vertrag über die Nutzung der Marke im Mobiltelefon-Bereich. Dass der Windows-Hersteller früher oder später lieber Geräte unter seiner eigenen Dachmarke herausgeben würde, war damit praktisch von Anfang an beschlossene Sache.

Insider-Information

Das Ende der Nokia-Telefone könnte jetzt aber deutlich früher kommen, als erwartet. Die Internetseite GeekOnGadgets hat ein internes Dokument zugespielt bekommen, aus dem hervorgeht, dass Microsoft die Marke Nokia noch in diesem Jahr einstampfen will und Smartphones in Zukunft nur noch unter den Marken Microsoft und Lumia vertreiben wird. Die Echtheit des Dokuments wurde durch theverge.com angeblich bestätigt, Microsoft hat sich bisher aber nicht offiziell zu den Berichten geäußert.

Auf Anfrage der futurezone heißt es bei Microsoft Österreich, dass es sich aus Sicht des Konzerns um „unbestätigte Gerüchte“ handle. Die schleichende Umleitung der Besucher von Nokia-Internetseiten auf Adressen von Microsoft und das eklatante Fehlen der Marke Nokia in der aktuellen PR-Strategie des Windows-Herstellers lassen aber darauf schließen, dass die Tage der finnischen Mobilfunkmarke tatsächlich gezählt sein dürften. Auch aus markenstrategischer Sicht würde dieser Schritt laut Experten durchaus Sinn ergeben.

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Einheitliche Marke

Microsoft versucht anscheinend, ähnlich wie Apple, eine monolithische Markenstrategie zu fahren und alle Kräfte auf diesen einheitlichen Auftritt zu konzentrieren. Das senkt die Kosten für die Koordination und Integration verschiedener Marken und steigert so den Unternehmenswert“, erklärt Marken-Strategieberater Thomas Otte gegenüber der futurezone. Ein weiteres Indiz für die Vereinheitlichungspläne von Microsoft sind die jüngsten Versuche, die verschiedenen Windows-Marken unter ein Dach zu bringen.

In Zukunft sollen die Desktop-, Konsolen- und mobilen Varianten des Betriebssystem einheitlich unter der Marke Windows geführt werden. Auch das wird in dem im Netz kursierenden Dokument beschrieben. Der Tod der Nokia-Handys scheint also gewiss. „Die Marke Nokia wurde über Jahrzehnte mit riesigem finanziellem Aufwand aufgebaut und genießt großes Kundenvertrauen. Microsoft hat viel Geld für den Namen bezahlt, sich jetzt aber entschieden, Werbeeuros lieber in die eigene Marke zu stecken, statt den Namen des finnische Konglomerats zu nutzen“, so Otte.

Marke bleibt wertvoll

Die Marke Nokia wird ihren Wert trotzdem noch eine Weile behalten. Die schnelle Aufgabe des Namens durch Microsoft wirft die Frage auf, ob die Übernahme um 5,5 Milliarden Euro nicht unnötig teuer war. Hätte der Konzern nur das Know-how gekauft und Nokia die Marke überlassen, wäre vermutlich ein deutlich geringerer Preis veranschlagt worden. “Durch das Halten der Marke kann sich Microsoft jetzt trotzdem Optionen für die Zukunft offenhalten. Eine wertvolle Marke wie Nokia kann ihre Bekanntheit über Jahrzehnte halten”, sagt Otte. Ob Nokia die Rechte an der Marke nach Auslauf der aktuellen Vereinbarung allerdings noch einmal abtreten will, ist ungewiss.