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Korruption

Milliarden-Veruntreuung im russischen "Silicon Valley"

Bei der Entwicklung des russischen Technologieparks Skolkowo sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gelder in Milliardenhöhe veruntreut worden. Bei einer Überprüfung der Projekte für das geplante Technologie- und Forschungszentrum am Stadtrand von Moskau seien zahlreiche „grobe Gesetzesverletzungen“ festgestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der Schaden belaufe sich auf insgesamt 125 Milliarden Rubel (2,8 Mrd. Euro). Unklar war zunächst, ob strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden.

Prestigeprojekt in der Kritik

Das Projekt war im Jahr 2010 vom damaligen Präsidenten und heutigen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedjew angestoßen worden. Das russische „Silicon Valley“ sollte als Schaufenster des „modernen“ Russlands die besten Wissenschafter aus aller Welt anziehen. Seit der Rückkehr von Wladimir Putin in den Kreml scheint es jedoch keine Priorität mehr zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft wurden bei den Kontrollen der Skolkowo-Stiftung, der Dachorganisation des Forschungsparks, eine Reihe von Unregelmäßigkeiten wie etwa überteuerte Rechnungen und in Steuerparadiese umgeleitete Projektgelder entdeckt. Mitglieder der Stiftung, darunter auch ihr milliardenschwerer Präsident Viktor Vekselberg, hätten sich zudem allzu großzügig für ihre Arbeit entschädigen lassen.

Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin nach eigenen Angaben die Leitung der Stiftung aufgefordert, für den entstandenen Schaden aufzukommen, die Verantwortlichen, darunter auch zwei ihrer Vize-Präsidenten, zur Rechenschaft zu ziehen sowie die Verstöße abzustellen. Der russische Inlandsgeheimdienst war bereits im April wegen des Vorwurfs der Unterschlagung aktiv geworden. Demnach sollen Verantwortliche des Projekts im Jahr 2011 eine Schein-Filiale eingerichtet und für sie öffentliche Gelder eingestrichen haben.

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