Die Robo-Robbe war der heimliche Star der Veranstaltung

© Gregor Gruber

B2B
04/25/2019

Mini-Fabriken und Robo-Robben: So zeigt A1 das Internet der Dinge

Bei einer Veranstaltung hat A1 aktuelle Internet-of-Things-Anwendungen gezeigt und erklärt, wie 5G diese zukünftig verbessern kann.

von Gregor Gruber

Das Internet der Dinge (Internet of Things - IoT) hat derzeit keinen allzu guten Ruf. Wenn Hacker wieder einmal ein Botnetz aus Druckern und smarten Kühlschränken bauen oder Babykameras massenhaft knacken, ist das IoT. Und dass das Internet der Dinge von einigen Unternehmen als abstrakter Zukunftsbegriff propagiert wird, unter dem man sich normale Menschen nichts vorstellen können, hilft auch nicht gerade.

Um zu zeigen, wie IoT schon jetzt eingesetzt wird und wie vielfältig die Anwendungen sind, hat A1 eine Veranstaltung in Wien abgehalten. „2020 wird es 80 Millionen IoT-Geräte in Österreich geben“, prognostiziert Marcus Grausam, CEO von A1 Österreich. Auch das kommende 5G-Netz soll dabei eine Rolle spielen: „Die hier gezeigten IoT-Anwendungen funktionieren auch mit 4G. Mit 5G werden sie aber effizienter, effektiver und es werden sich neue Anwendungsszenarien ergeben“, sagt Grausam. Um das umfassende Thema IoT leichter verständlich zu machen, wurden bei der Veranstaltung die Anwendungen in die Themenkomplexe Machines, Mobility und Healthcare aufgeteilt.

Project Hero

Project Hero

Project Hero

Project Hero

Project Hero

Roboter-Robbe

Roboter-Robbe

Factory in a Box

Factory in a Box

Vernetzte Baumaschine

Smarter Helm

Smarter Helm

Hardware für Ramp Handler

Box für Guterwaggons

Tablet für Rettungswagen

Tablet für Einsatzprotokoll von Rettung

Smarter Medikamentenspender

Smarter Medikamentenspender

Vernetztes Blutdruck- und Blutzuckermessgerät

Virtual-Reality-Ausflüge für bewegungseingeschränkte Personen

Smart Machines

Zusammen mit Porr hat A1 bereits über 6000 Baumaschinen vernetzt. Durch die gesammelten Daten können Wartung und Einsatz optimiert, sowie Diebstahl aufgeklärt werden. Aber auch kleinere Dinge auf der Baustelle lassen sich vernetzen, wie etwa Werkzeuge. So können RFID-Tags an Schaufel oder Scheibtruhe angebracht werden. Ein Lesegerät im Baustellencontainer erkennt so, welche Werkzeuge sich darin befinden und ob am Ende des Arbeitstags etwas fehlt.

Zusammen mit der Firma Kaifa werden smarte Schutzhelme angeboten. So weiß man, ob die Helme auch tatsächlich getragen werden. Zudem erkennen sie Erschütterungen und Krafteinwirkungen. Bei einem Schlag oder Sturz kann so schnell Hilfe gerufen werden. An der Rückseite befindet sich ein SOS-Knopf, mit dem sofort ein Notruf abgesetzt werden kann.

Ist das Gebäude fertig gebaut, können auch diese smart gemacht werden. Spacewell bietet etwa Sensoren an, mit der visuell dargestellt werden kann, welche Arbeitsplätze gerade genutzt werden. Auch die Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und andere Faktoren lassen sich messen, um das Arbeitsumfeld zu optimieren.

Und wenn mal keine Zeit ist um ein Gebäude zu bauen, kann man mal schnell eine Fabrik abladen. Die „Factory in a Box“ ist ein Konzept von Nokia. Dabei wird eine ganze Produktionsstraße in einen Schiffscontainer gepackt. So kann man direkt vor Ort produzieren, wenn es gerade nötig ist. Gezeigt wurde dies, passenderweise, an einem Beispiel einer Produktion eines kleinen IoT-Geräts. Das Gehäuse kommt aus dem 3D-Drucker. Die Komponenten werden mit RFID-Tags versehen und in der Nähe des Roboters platziert, der das Gerät dann zusammenbaut.

Per Augmented-Reality-Brille kann Personal vor Ort eingewiesen werden. Auch ein Telepresence-Roboter steht bereit, um selbst durch den Container zu rollen um die Lage zu inspizieren. Die Datenverbindung dazu kommt durch eine private Nokia-LTE-Cloud. Das verhindert, dass Fremde Zugriff auf die Firmengeheimnisse erhalten. Laut Nokia ist die Factory in a Box bereit für 5G. Das Ganze sei aber nur eine Technologiedemonstration für andere Unternehmen – man werde jetzt nicht zum Container-Hersteller.

Smart Mobility

Nicht Container, sondern ganze Güterwaggons hat die Rail Cargo Group zum Teil des IoT gemacht. Zusammen mit A1 wurde eine Box entwickelt, die an den Waggons angebracht wird. So lässt sich die Position per GPS in ganz Europa verfolgen. Sensoren erkennen Stöße, Beschleunigung und Bremsung. So hat die Rail Cargo Group einen Überblick darüber, was wo gerade mit ihren Waggons passiert. Durch ein intelligentes Datenmanagement halten die Batterien bis zu sechs Jahre. Mit 5G würden die Komponenten weniger Strom verbrauchen. „Hier streben wir eine Batterielebensdauer von bis zu zehn Jahren an“, sagt Grausam.

Am Flughafen Wien wird bereits ein Campus-Netzwerk im Rahmen eines Pre-5G-Projekts eingesetzt. Dabei werden Teile des Mobilfunknetzes für bestimmte Zwecke reserviert. In diesem Fall ist es für die „Ramp Handler“, die am Rollfeld unterwegs sind. Würden am Flughafen zu viele Passagiere das mobile Datennetz nutzen, könnte die Bandbreite zu knapp werden für die Notebooks und Handhelds der Ramp Handler. Durch das Reservieren des Netzes für die Ramp Handler kann dies nicht passieren. Network Slicing bzw. Small Cells ist einer der Vorteile, die 5G ermöglicht. Es soll künftig etwa auch für Produktionsstätten und andere Orte genutzt werden, bei denen eine stabile Internetverbindung essenziell ist.

Zusammen mit Insider Navigation Systems (Austria's Next Top Start-up 2017) bietet A1 eine Indoor-Navigation an, die zentimetergenau funktioniert – ohne teures Nachrüsten der Gebäude. Dazu werden überdimensionale QR-Codes auf den Boden geklebt. Die entsprechende Augmented-Reality-App erkennt diese und weiß so wo sich der User befindet und zeigt ihm am Display den Weg zum Ziel an.

Um Wege geht es auch bei einem IoT-Projekt mit der Stadt Graz. Über das A1-Netz werden anonymisiert die Bewegungen von Menschen erfasst. Zu Silvester konnte so festgestellt werden, wie viele Menschen aus welchen Stadtteilen die Lichtshows besucht haben. Auch das Herkunftsland der ausländischen Besucher wird erfasst. Das ist auch in Echtzeit möglich. So kann nicht nur die Silvester-Veranstaltung für 2019 optimiert werden, sondern auch schnell eingegriffen werden, falls dann etwa Absperrungen oder Umleitungen, wegen zu starker Besucherströme, nötig sind.

Smart Healthcare

Project Hero ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz und Land Rover entstanden. Der Discovery wurde umgerüstet, um als Basis für eine Suchdrohne zu dienen, mit der vermisste Personen gesucht werden. Durch mehrere Antennen kann er auch in abgelegenen Gebieten Sprach- und Datenverbindungen zur Zentrale halten. Die Drohne wird von zwei Personen gesteuert: Einer fliegt und einer kontrolliert die Wärmebildkamera. Die Drohne hat acht Rotoren, kann auch bei Regen und bis zu 50 km/h fliegen und hat eine Laufzeit von 20 Minuten.

Ebenfalls für die Rettung wird mit der Firma Elektra eine Einsatzsteuerung angeboten. In den Rettungswägen sind Tablets verbaut, mit GPS und A1-SIM-Karte. Die Zentrale weiß so immer, wo die Wagen sind und kann die Routen optimal planen. Über das Display erhalten die Sanitäter im Fahrzeug Vorabinformationen zum Einsatz.

Das MedicalPad von tech2go ist eine Lösung zur Dokumentation der Einsätze. Über ein Tablet werden die Daten eingegeben und von vernetzten Medizingeräten, wie etwa Defibrillatoren und Blutdruckmessgeräten, zusammengeführt. Die Daten werden ans Krankenhaus übermittelt, damit sich diese auf den Patienten vorbereiten können. Die Leitstelle kann mit den gesammelten Daten der Einsätze danach Prozesse optimieren.

Smart-Home-Lösungen können nicht nur den Alltag von tech-affinen Personen bequemer machen, sondern auch Pflegebedürftigen helfen. Sensoren in Matten und auf Sesseln erkennen etwa, wann die Person wo war, was Rückschlüsse auf den Alltag zulässt. Auch Stürze oder längere Regungslosigkeit können so erkannt werden. Das wäre zwar mit Kameras auch möglich, allerdings soll den Personen geholfen werden, ohne sie vollständig zu überwachen. In diese IoT-Umgebung lässt sich auch ein smarter Medikamentenspender integrieren. Dieser öffnet zur vom Pflegepersonal programmierten Zeit die Klappe und gibt den akustischen Hinweis, dass die Tabletten eingenommen werden sollen. Werden die Tabletten nicht entnommen, wird das Pflegepersonal informiert.

Der Star des Smart-Healthcare-Bereichs war die Roboter-Robbe Paro. Diese gibt es zwar schon länger, üblicherweise ist sie aber Demenzpatienten vorbehalten. Die Robbe bewegt sich, fiept, reagiert auf Sprache und streicheln und kann Personen wiedererkennen. Strenggenommen ist Paro eigentlich nicht als IoT zu werten, zumal er nicht online ist. Aber wer kann schon nein dazu sagen, einmal eine 5000 Euro teure Robo-Robbe zu streicheln.

Als Bonus gab es noch das Huawei Mate X zu sehen. Das faltbare Smartphone war in der „5G-Insel“ ausgestellt und durfte auch gefaltet werden.

Start-up-Wettbewerb

Aktuell sucht A1 gemeinsam mit der futurezone im Rahmen der IoT-Challenge auch nach den besten IoT-Start-ups. Bewerben kann man sich unter www.a1-iot.net. Alle weiteren Infos zu dem Wettbewerb gibt es hier.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und A1.