B2B 14.02.2012

Motorola-Kauf: Grünes Licht von EU und USA

© Bild: Brendan McDermid, reuters

Google darf laut EU- und US-Wettbewerbshütern den Handy-Hersteller um 12,5 Milliarden Dollar übernehmen. Der Umgang mit Patenten und die Klageflut der letzten Monate werde jedoch im Auge behalten, so der zuständige EU-Kommissar. Der Deal muss nun noch von den China, Israel und Taiwan abgesegnet werden.

Google ist mit seiner geplanten Milliarden-Übernahme des Handy-Herstellers Motorola Mobility einen großen Schritt weiter. Der Internetkonzern erhielt am Montag die Genehmigung der Wettbewerbshüter in Europa und den USA für das 12,5 Milliarden Dollar teure Geschäft. "Nach genauer Untersuchung haben wir die Übernahme genehmigt. Sie verursache keine Wettbewerbsprobleme", sagte der zuständige EU-Kommissar Joaquin Almunia. Der Kauf selbst habe keine maßgeblichen Auswirkungen auf den Markt von Handy-Betriebssystemen und den dazugehörenden Patenten, so Almunia weiter.  Wenige Stunden später gaben auch die US-Kartellbehörden ihren Segen.

Patente
Google will den Handy-Pionier Motorola vor allem übernehmen, um sein Patente-Portfolio zu erweitern. In diesem Punkt schlugen die Wettbewerbshüter dies- und jenseits des Atlantik einen kritischen Ton an: Es werde genau darauf geachtet, dass Google die Motorola-Patente künftig nicht missbräuchlich einsetze, sagte EU-Kommissar Almunia vor Journalisten. „Das ist unsere Sorge.“ Die EU werden diesbezüglich wachsam bleiben und gegebenenfalls Verfahren einleiten.

Das US-Justizministerium erklärte, es werde sich für faire Preise einsetzen, wenn die geschützte Technik per Lizenz freigegeben werde. Google-Aktien legten in New York zu, nachdem schon im Handelsverlauf die Genehmigung aus Europa bekannt geworden war.

OK aus China steht noch aus
Die Motorola-Übernahme muss unter anderem auch noch in China genehmigt werden, was Ende März erwartet wird. Darüber hinaus müssen noch Taiwan und Israel zustimmen. Google hat den Schritt im August angekündigt. Mit dem größten Zukauf in seiner Geschichte will der Internetriese nicht zuletzt gegen Apple seine Stellung im Mobilfunkmarkt stärken, wo Google bislang hauptsächlich als Anbieter des Betriebssystems Android vertreten ist. Technologieunternehmen wie Apple und der koreanische Konkurrent Samsung liefern sich erbitterte Kämpfe um begehrte Patente und gehen mit Urheberrechtsklagen immer härter gegen Verstöße vor. Oracle hat den Mobilfunk-Neuling Google gleichfalls bereits auf bis zu sechs Milliarden Dollar verklagt.

Nortel
Vor der Übernahme Motorolas hat Google vergeblich versucht, sich die Patente des insolventen kanadischen Konzerns Nortel Networks zu sichern. Als Sieger ging ein Konsortium von Branchengrößen unter der Führung von Apple und Microsoft hervor, das am Montag in den USA die Erlaubnis für den Kauf der Nortel-Patente erhielt. Zu der Gruppe gehören auch Sony, Ericsson und der BlackBerry-Hersteller Research in Motion.

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( futurezone/Reuters ) Erstellt am 14.02.2012