B2B
21.08.2012

Nokia Österreich steht vor der Auflösung

Vor zwei Monaten kündigte Nokia einen Abbau von 10.000 globalen Stellen an. Dieser betrifft auch Österreich. Wie die futurezone in Erfahrung bringen konnte, wurden jetzt rund 30 Angestellte beim AMS zur Kündigung angemeldet, das Headquarter Wien wird nach Budapest verlagert.

Am 14. Juni dieses Jahres gab man in der Nokia-Zentrale in Helsinki bekannt, bis Ende 2013 weltweit 10.000 Stellen zu streichen. Österreich-Manager Martin-Hannes Giesswein wusste zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, ob und wie weit Österreich von den Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sein wird.
Jetzt ist aber fix, dass auch Österreich den Stellenabbau zu spüren bekommt. In der vergangenen Woche wurde eine „Anzeige über die beabsichtigte Auflösung von Dienstverhältnissen gemäß § 45 a AMSG" beim AMS eingebracht. Nokia Österreich steht praktisch vor der Auflösung, die Mitarbeiteranzahl von etwa 50 wird um mindestens 30 reduziert.

Gleichzeitig mit dem Stellenabbau wird auch der Standort Wien entwertet, weil Nokia ab Oktober die Länder in neue Regionen einteilt. Österreich wird künftig Teil der neuen Region „Northwest", die von Finnland aus betreut wird. Das bisherige CEE-Headquarter Wien wird nach Budapest verlagert.

Nokia im Wandel der Zeit

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APNokia Inc.s new Nokia N93i, a compact and stylish digital camcorder and multimedia computer in one is displayed at the 2007 International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, Wednesday, Jan. 10, 2007. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Nokia Geschichte Werdegang Finnland Mobiltelefon History Galeriebild.

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EPAepa02730630 Jorma Ollila, Chairman Royal Dutch Shell, speaks during the second day of the St. Gallen Symposium, a platform for dialogue on key issues in management, the entrepreneurial environment and the interfaces between business, politics and civil

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dapdFILE - A Monday, May 24, 2010 photo from files of Olli-Pekka Kallasvuo, CEO of Nokia,as he talks during a news conference in New York. Nokia Corp. will replace CEO Olli-Pekka Kallasvuo with Stephen Elop from Microsoft on Sept. 21, the worlds largest h

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REUTERSUnion steward Jarmo Talvitie speaks to the media as Nokia employees leave after a personnel briefing in Tampere, June 14, 2012. Loss-making Finnish cellphone maker Nokia plans to cut another 10,000 jobs globally in its biggest revamp in recent hist

EPAepa02325741 An undated handout provided by Nokia on 10 September 2010 of Canadian Stephen Elop. Finnish mobile phone giant Nokia announced that its chief executive Olli-Pekka Kallasvuo would be replaced by Microsofts Stephen Elop as of 21 September 201

REUTERSMicrosoft CEO Steve Ballmer (R) grabs the arm of Nokia CEO Stephen Elop at a Nokia press event at the Consumer Electronics Show opening in Las Vegas January 9, 2012. Nokia unveiled the Nokia Lumia 900, the first 4G LTE Windows Phone platform device

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Pendeln nach Budapest

"Ich kann zu diesen Entwicklungen leider gar nichts sagen", sagt Giesswein im futurezone-Gespräch. Auf die Frage ob er nicht könne oder nicht dürfe, meinte er: "Ich darf nicht."

Möglich ist, dass einige der 30 Mitarbeiter von Nokia Österreich dennoch ihren Job behalten, sie müssten allerdings nach Budapest pendeln. Derzeit ist ungewiss, wie viele von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden. Ein Problem bei Nokia Österreich ist, dass es keinen Betriebsrat gibt. Die von Nokia in Österreich angebotenen Abfindungen liegen weit unter jenen in anderen Ländern.

Änderung von Vertriebsregionen

Wie unsicher und unschlüssig Nokia auf die hausgemachte Krise reagiert, machen die laufenden Änderungen von Vertriebsregionen deutlich. Nokia hatte den Standort Wien 2007 aufgewertet, als "Nokia Alps" (Österreich und Schweiz) um die Länder Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu "Nokia Alps Adriatic" erweitert wurde.

Anfang 2009 wurde Wien noch bedeutender, als hier das Headquarter von "Nokia Alps South East Europe" (ASE) war - damals übernahm Greig Williams die Leitung. Bei ASE handelte es sich um die Sales Unit des Mobiltelefonherstellers, von dessen Hauptquartier in Wien neben Österreich, der Schweiz, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegovina zusätzlich Griechenland, Zypern, Israel, Bulgarien, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Kosovo und Albanien betreut wurden.

Anfang 2012 wurde ASE schließlich zu "Nokia Central and East Europe" (CEE) mit den Ländern Österreich, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Damit ist nun Schluss, Wien ist für Nokia nicht mehr das Tor zum Osten.  Der Konzern setzt auf Budapest. Auch der Handy-Markt Österreich an sich wird durch die Integration in die neue Region "Northwest" und das Fern-Management aus Finnland abgewertet.

Talfahrt
Die Entlassungen sind das Resultat der umstrittenen Produktpolitik. Nokia hat die Entwicklung der Smartphones verschlafen und die Weltmarktführerschaft an Samsung  verloren. Im ersten Quartal 2012 wurde fast eine Milliarde Euro Verlust eingefahren und der Umsatz ist um 30 Prozent zurückgegangen. Alle Hoffnungen ruhen nun auf den Handys mit Windows Phone 8, die für September erwartet werden.

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