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Bilanz
09/09/2011

Online-Handel in Österreich wächst rasant

Ein Österreicher gibt im Jahr im Schnitt 830 für Online-Einkäufe aus. Insgesamt werden rund sieben Milliarden Euro jährlich im Internet umgesetzt. Damit ist der Online-Handel in Österreich im vergangen Jahr um 14 Prozent gewachsen.

Rund um die Uhr einkaufen zu können ist inzwischen alltäglich geworden. Während der stationäre Handel nur leicht zulegt, wächst der Onlinehandel rasant. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich laut RegioData rund sieben Milliarden Euro online umgesetzt, um 14 Prozent mehr als 2009. Manche Branchen geraten angesichts der Kundenabwanderung Richtung Internet aber gehörig unter Druck. Im Buchhandel wird schon mehr als ein Fünftel im Internet umgesetzt, im Elektrohandel sind es 16 Prozent.

„Das Internet hat insbesondere den Buchhandel und den Elektrohandel sowie die Musik- und Reisebranche stark verändert“, so Mark Ruhsam von RegioData. Der klassische Buchhandel macht schwere Zeiten durch: Stationär kämpfen die Betriebe mit Umsatzeinbußen, wohingegen der Verkauf im Internet prächtig läuft. Europas größter Elektronikhändler

hat den Einzug ins Internet komplett verschlafen und im Vorjahr die Zeche dafür bezahlt. Nun hat der Ausbau des Online-Geschäfts höchste Priorität.

Lebensmittel und Möbel lieber offline
Doch auch wenn der Onlinehandel weiter an Bedeutung gewinne, werde er den stationären Einzelhandel nicht ablösen, ist Ruhsam überzeugt. Noch keine Rolle spielt das Internet-Geschäft für den Lebensmittelhandel, Baumärkte oder Möbelhändler. Die Anteile, die diese Branchen im Internet erwirtschaften, liegen bei ein Prozent und darunter. Um drei bis vier Prozent machen Drogerie- und Parfümeriehändler, Schuhhändler und Bekleidungsketten im Internet, geht aus der RegioData-Erhebung hervor. Eine etwas höhere Bedeutung hat das World Wide Web für den Sportartikelhandel: Die Branche macht sieben Prozent ihrer Umsätze im Netz.

Im Schnitt gibt ein Österreicher pro Jahr 830 Euro für Interneteinkäufe aus. Damit liegen wir im Europa-Vergleich unter den Top-Onlineshoppern. Mehr geben nur Norweger (880 Euro) und Briten (890 Euro) aus. Europaweit beträgt der gesamte Online-Umsatz rund 200 Milliarden Euro.