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E-Health
06/27/2012

Online-Portale sollen chronisch Kranken helfen

E-Health ist auch abseits vom ELGA ein heißes Thema. Der Telekommunikationskonzern T-Systems, der zur Deutschen Telekom (DT) gehört, erprobt in Österreich derzeit mehrere Online-Portale für chronisch Kranke sowie mobile Lösungen bei diversen Krankenhausanstalten im ganzen Land. Der Konzern erhofft sich Wachstumsmöglichkeiten in der Branche.

von Barbara Wimmer

„Wir wollen ein Ansprechpartner für innovative Gesundheitslösungen werden – sei es im Privatbereich sowie im professionellen Klinikbereich", sagte Stefan Gubi, Geschäftsführer für Vertrieb und Service von T-Mobile in Österreich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Telekommunikationskonzern rechnet mit einem zweistelligen Wachstum im Gesundheitsbereich. Neben dem wirtschaftlichen sei dabei vor allem auch ein gesellschaftlicher Nutzen von innovativen Gesundheitslösungen gegeben, so Gubi.

Vor allem bei chronischen Krankheiten und langwierigen Gesundheitsproblemen können elektronische Systeme und Online-Portale sowohl dem Arzt als auch dem Patienten weiterhelfen. Im Elisabethinen-Krankenhaus in Linz wird derzeit ein Nephrologieportal im Internet erprobt, das vom Krankenhaus in Zusammenarbeit mit T-Systems entwickelt worden ist. „Nierenpatienten können darüber ihre Befunde abrufen, Termine prüfen und Artzbriefe lesen. Der Patient wird dabei per SMS oder E-Mail informiert, wenn es Neuigkeiten gibt", erklärte Gernot Przestrzelski, Vertriebsleiter Gesundheit bei T-Systems in Österreich.

Online-Portale bereits im Einsatz
Für die Ärzte im Elisabethinen-Spital, die rund 1500 nierenkranke Personen pro Jahr behandeln, gibt es zudem ein Transplant-Portal zur Dokumentation der Häufigkeit und Art der Blutreinigungen und Untersuchungsergebnisse. „Damit hat das Personal immer aktuelle Daten, die darüber entscheiden können, wann Patienten ein Spenderorgan bekommen können", erklärte Przestrzelski.

Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried wird ebenfalls ein Online-Portal von T-Systems erprobt. Dort werden rund 200 Patienten, die an einer chronischen Darmerkrankung wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Chron leiden, mittels Internet-Lösung betreut. Sobald neue Laborergebnisse eintreffen, oder Ambulanzbriefe vorliegen, werden die Patienten per SMS oder E-Mail benachrichtigt. Über einen Selbsthilfe-Blog können sich die Patienten zudem untereinander austauschen. „Das Portal wird mittlerweile von vielen Patienten regelmäßig genutzt. Die Akzeptanz bei den Patienten ist sehr hoch", sagte Friedrich Renner, Arzt des Krankenhauses in Ried.

Ressourcen sparen
Mit derartigen Online-Lösungen sparen sich Patienten oft den Weg ins Krankenhaus und diese wiederum sparen Ressourcen. „Wir wissen alle, wie viel ein Aufenthalt im Spital pro Tag kostet", meinte Przestrzelski von T-Systems. Mit „T.vision" hat der Konzern zudem noch eine Applikationsumgebung im Angebot, die an herkömmliche Krankenhausinformationssysteme (KIS) andocken kann und die es ermöglicht, dass Ärzte künftig die Vitalwerte von Patienten via Tablet-PC direkt am Bett ins System eingeben können. Dadurch lassen sich Prozesse optimieren – und am Ende hat der Arzt wieder mehr Zeit fürs Wesentliche – den Patienten. So zumindest der Plan.

Die heiklen Gesundheitsdaten der Patienten liegen bei den Online-Portalen im T-Systems-Rechenzentrum im 3. Wiener Gemeindebezirk. „Wenn die Medizindaten sicher im eigenen Land verwaltet werden, erhöht das sicherlich das Vertrauen der Bevölkerung. Für uns ist das eine Geschäftschance", sagte Axel Wehmeier, Leiter des Bereichs Gesundheit bei der Deutschen Telekom.

Auch Medizinprodukte für Private
Neben derartigen Systemen wie Kliniken zielt der Telekommunikationskonzern jedoch auch auf Privatanwender ab. Seit knapp einem Jahr hat T-Mobile in seinen Shops Medisana-Produkte wie etwa einen

, eine
oder ein
im Angebot. „Die Kooperation wird weiter ausgebaut", sagte Gubi. Zudem gebe es eine Kooperation mit „runtastic", dem Linzer App-Hersteller, dessen Angebot sich „perfekt fürs Training eignet", hieß es. Von einem klassischen Medizinprodukt sei hierbei allerdings keine Rede. „Hier liegt die Verantwortung beim Nutzer selbst. Bei ernsthaften Problemen sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen", sagte Gubi.

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