B2B
28.03.2017

Registrierkassen: Verordnung soll Firmen 50 Millionen kosten

Registrierkassenlösungen für mobile Geräte © Bild: ready2order

Am 1. April tritt die neue Registrierkassenverordnung in Kraft. Ein IT-Dienstleister befürchtet massive Kosten für österreichische Unternehmen.

Das intensiv diskutierte Thema Registrierkassen ist bald um ein Kapitel reicher. Ab Samstag endet für Unternehmen die Schonfrist einer neuen Regelung. Ab diesem Tag müssen die Kassen nicht nur online beim Finanzamt angemeldet sein, sondern auch mit einer Sicherheitseinrichtung ausgestattet sein, die Manipulationen verhindern soll.

Konkret muss auf jedem Beleg ein QR-Code abgebildet werden, der mit einer digitalen Signatur versehen ist. „Das war bzw. ist ein großer logistischer Aufwand, weil die genauen Spezifikationen erst im Oktober 2016 bekannt gegeben wurden“, sagt der CEO des IT-Dienstleisters Econocom, Robert Musil in einer Presseaussendung.

Sein Unternehmen stellt vor allem Kassen im B2B-Bereich um, er schätzt, dass österreichweit jede zweite der etwa 140.000 Kassen ausgetauscht werden muss. Bei Kosten von etwa 700 Euro pro Stück ergebe sich laut Econocom daraus eine Investition von fast 50 Millionen Euro, die den Unternehmern die Registrierkassenpflicht nun gekostet hat.

Übergangsfrist

Die späte Bekanntgabe der finalen Spezifikationen sowie Lieferschwierigkeiten bei den neuen Chips führten auch dazu, dass das Finanzministerium den Unternehmen eine Übergangsfrist einräumte. Jede Firma, die nachweisen kann, einen Manipulationsschutz bis Mitte März bestellt zu haben, bleibt straffrei, auch dann, wenn die Umstellung nicht bis zum Stichtag erfolgen kann. Der Schwarzarbeits-Experte Friedrich Schneider von der Uni Linz schätzte vor kurzem, dass etwa die Hälfte der Betriebe die rechtzeitige Umstellung nicht schafft.

Ob die Registrierkasse einfach umgestellt werden kann oder ausgetauscht werden muss, hängt vom jeweiligen Modell ab. Einer der ersten Anbieter mit digitaler Signatur war Misella, von einer Wiener Buchhaltungsfirma. Unterstützt wird die digitale Signatur auch bereits von den Registrierkassen der Mobilfunker A1 (ready2order) sowie von dem entsprechenden Produkt von T-Mobile. Anfang 2016 hat die futurezone auch einen Vergleichstest von neun Registrierkassen unternommen.