Bilanzfälschung
01/10/2012

Schadenersatz: Olympus verklagt 19 Ex-Manager

Nach einem milliardenschweren Skandal verlangt der Elektronikkonzern von 19 ehemaligen Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates knapp 169 Millionen Euro

Der von einem Finanzskandal erschütterte japanische Elektronikkonzern Olympus hat 19 ehemalige und amtierende Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats auf Schadenersatz verklagt. Die Entschädigungssumme belaufe sich auf 215 Millionen Dollar (169 Millionen Euro), teilte der Konzern am Dienstag mit. Er reichte die Klagen demnach am Sonntag ein; auch Ex-Aufsichtsratschef Tsuyoshi Kikukawa und sein Nachfolger Shuichi Takayama wurden zur Verantwortung gezogen. Takaymana und seine Kollegen sollen nach der nächsten außerordentlichen Aktionärstagung im März oder April zurücktreten.

Bilanzfälschung
Olympus soll Verluste in Höhe von ingesamt 134,8 Milliarden Yen (knapp 1,3 Milliarden Euro) verschleiert haben. Die Konzernführung hatte Anfang November zugegeben, seit den 90er Jahren in der Bilanz hohe Verluste aus Finanzgeschäften verheimlicht zu haben. Vertuscht wurden die Verluste mit Hilfe undurchsichtiger Beraterhonorare und von Abschreibungen auf vier Firmenkäufe.

Enthüllung als Retourkutsche
Den Skandal ins Rollen gebracht hatte der frühere Vorstandschef Michael Woodford. Der Brite war im Oktober entlassen worden; ihm war ein „unangemessener“ Arbeitsstil vorgeworfen worden. Woodford konterte mit der Anschuldigung, sein Rauswurf gehe auf seine Fragen nach Gründen für umstrittene Zahlungen zurück. Vor einigen Tagen gab Woodford seine Versuche auf, an die Spitze von Olympus zurückzukehren.

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