BILANZ
12/16/2010

Siemens Österreich setzt weniger um

Siemens Österreich hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit deutlich weniger Umsatz, aber mehr Gewinn abgeschlossen. An die Münchner Mutter werden 420 Millionen Euro Dividende überwiesen.

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende September) sank um 18 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro, der Bilanzgewinn hat sich fast versechsfacht und lag bei 572 Millionen Euro. Verantwortlich dafür ist das gute Beteiligungsergebnis, das von 144 auf 617 Millionen Euro stieg. An den Mutterkonzern in München wird eine Dividende von 420 Millionen Euro ausgeschüttet, so der Vorstand am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Für Siemens-Österreich-Neochef Wolfgang Hesoun ist es nach 100 Tagen in der Chefetage nun die erste Bilanz des Konzerns, die er präsentiert. Der frühere Porr-Chef Hesoun löste per 1. Juli Brigitte Ederer ab, die als Personalvorstand des Gesamtkonzerns nach München wechselte und als Aufsichtsratsvorsitzende weiter den Kontakt mit der Österreich-Tochter behält.

Auftragseingang gestiegen

Die Einschätzung der Lage sei gespalten, erläuterte Hesoun: Während das Unternehmen nun speziell bei privaten Auftraggebern gut ausgelastet sei, werde bei den Auftraggebern im öffentlichen Bereich die Lage von der Unsicherheit der Finanzen angesichts der Budgetsparprogramme geprägt. Insgesamt ist der Auftragseingang um 13,9 Prozent zum Vorjahr auf 2,54 Milliarden Euro gestiegen.

Zu dem am Mittwoch bekanntgewordenen Verkauf der IT-Dienstleistungssparte SIS an den französischen Dienstleister Atos Origin wollte Hesoun wenig sagen. Aus seiner Sicht werde der Eigentümerwechsel keine unmittelbaren Auswirkungen auf die SIS in Österreich haben, das ausgegliederte Unternehmen sei "gut aufgestellt".

Zukunft der SIS-Mitarbeiter ungewiss

Insgesamt rund 1500 SIS-Mitarbeiter in Österreich gehen nun von Siemens zum neuen Eigentümer, weitere 3000 sind es in den von Wien aus verantworteten CEE-Ländern. Ihre Zukunft ist ungewiss: Über 1700 Jobs der weltweit 35.000 Stellen bei der SIS sollen wegfallen, hieß es bereits.

Bei Siemens Österreich bleiben vorerst über 600 IT-Mitarbeiter im Bereich Kommunikation und Medien-Technologie (CMT). Aber auch von diesen wird sich der Konzern trennen, durch Verkauf oder Management-Buy-Out, hieß es heute. Siemens will sich auf die drei Kern-Geschäftsfelder Industrie, Health Care und Energie konzentrieren. Die IT-Bereiche werden ausgegliedert und verkauft. Die Ausgliederung der SIS, verbunden mit Mitarbeiterabbau, sei "schwierig" gewesen, hieß es.

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(APA)