B2B
22.08.2012

Spotify: 70 Millionen Verlust in zwei Jahren

Der Musik-Streamingdienst musste trotz seines großen Wachstums erhebliche Verluste einfahren. Allein in diesem Jahr verlor Spotify mehr als 40 Millionen Euro. Ein niederländisches Unternehmen verklagt Spotify außerdem wegen angeblicher Patentverletzungen.

Auch wenn Musik-Streaming mittlerweile in puncto Umsatz deutlich aufgeholt hat, so haben Anbieter nach wie vor mit Geldproblemen zu kämpfen. Das zeigen die Zahlen des Streaminganbieters Spotify, der 2011 188 Millionen Euro Umsatz machte, dabei aber auch einen Verlust von 40 Millionen Euro verzeichnen musste (375 Millionen Schwedische Kronen, nach damaligen Wechselkurs). Zum Jahreswechsel zählte Spotify mehr als 32,8 Millionen Mitglieder, dabei profitierte man vor allem von der Integrierung in Facebook sowie der Erweiterung der Märkte, unter anderem in Österreich. Nutzer aus Deutschland, die erst seit März 2012 offiziell Spotify nutzen dürfen, wurden hier noch nicht miteingerechnet.

Ausreichend Kapital vorhanden
Davon sind mit 15 Millionen Nutzern knapp die Hälfte regelmäßig auf Spotify aktiv, 2,6 Millionen Personen zahlen für den Premium-Dienst. Damit kommen knapp 83,5 Prozent des Umsatzes von nur 7,9 Prozent der Nutzer - klassisch für ein Freemium-Modell. Der restliche Umsatz wird mit Werbung, die im Client sowie während der Wiedergaben von Free-Nutzern eingespielt werden, erwirtschaftet. Doch trotz starkem Umsatzwachstum wurde auch der Verlust größer und beträgt nun zusammengerechnet für die letzten beiden Geschäftsjahre knapp 70 Millionen Euro. Da Spotify allerdings knapp 188 Millionen US-Dollar an Kapital in einigen Finanzierungsrunden einsammeln konnte, droht dem Unternehmen kein Zahlungsausfall in naher Zukunft.

Patentklage
Der schwedische Streaminganbieter hat neben seinem Geschäftsmodell allerdings auch einige andere Sorgen. So wird das Unternehmen von der niederländischen Firma Nonend in den USA auf die Verletzung von insgesamt fünf Patenten verklagt. Diese sollen die Bereiche Streaming, Peer to Peer, Wiedergabe und die "Abfrage" (Retrieval) betreffen. Problematisch sei vor allem die Tatsache, dass Spotify seine Daten über ein Peer to Peer Protokoll überträgt und somit deutliche Einsparungen bei den Bandbreiten seiner Server vornehmen kann. Lediglich zehn Prozent würde laut Nonend direkt von den Spotify-Servern stammen, die restlichen Daten würden über andere "Peers", eingeloggte Nutzer von Spotify, auf deren Rechner sich die Daten befinden, übertragen.

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