© Jürg Christandl

Jahresbilanz
02/24/2012

T-Mobile: Einbußen bei Umsatz und Ergebnis

Der zweitgrößte heimische Handynetzbetreiber T-Mobile Austria konnte 2011 seine Kundenbasis - gezählt nach SIM-Karten - zwar um 7 Prozent auf über 4 Millionen steigern, musste bei Umsatz und Ergebnis dennoch deutliche Einbußen hinnehmen.

Während der Umsatz um rund 60 Mio. bzw. 6 Prozent auf 924 Mio. Euro zurückging, gab das adjustierte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um rund 30 Mio. bzw. 10 Prozent auf 253 Mio. Euro nach. Der durchschnittliche Gesprächsumsatz pro Kunde ging von 21 auf 18 Euro zurück.

Keine Ende des Preiskampfs

Auch für 2012 erwartet der Vorsitzende der T-Mobile-Austria-Geschäftsführung, Robert Chvatal, kein Ende des Preiskampfes.
Heuer dürfte der heimische Mobilfunkmarkt um sechs Prozent und damit stärker als der europäische Markt schrumpfen, erwartet Chvatal. Am österreichische Markt gebe es ein Überangebot und er sei überreguliert. So gebe es zum Beispiel die gesetzliche 60 Euro-Obergrenze in anderen Ländern nicht.

Sollten die Umsatz- und Ergebnisrückgänge in diesem Ausmaß anhalten, werde es schwer sein, das bisherige jährliche Investitionsvolumen von rund 100 Mio. Euro aufrecht zu erhalten. 2011 wurden 102 nach 116 Mio. Euro investiert. Die „Kostenbasis“ werde man auch mit natürlichen Fluktuationen bei den Mitarbeitern anpassen können. 2011 seien bereits einige Positionen nicht mehr nachbesetzt worden, der Personalstand von 1.300 auf 1.250 reduziert worden.

Investitionen in LTE

Weiter investieren will Chvatal aber jedenfalls in die nächste Generation des Mobilfunknetzes (LTE) und das nationale Roaming. Zu letzterem wurde im Dezember 2011 eine langfristige Kooperation mit Hutchsion 3G Austria („3“) abgeschlossen. „Österreich ist noch immer ein Paradies für Mobilfunk“, so Chvatal weiter. Die Marktdurchdringung mit SIM-Karten sei im Vorjahr von 146 auf 153 Prozent gestiegen, jene für das mobile Internet von 21 auf 25 Prozent. Gleichzeitig hätten sich die Marktanteile der Anbieter kaum geändert, A1-Telekom liege bei 41 Prozent, T-Mobile bei 31 Prozent, Orange bei 18 Prozent und „3“ halte bei 9 Prozent.

Zur geplanten Übernahme von Orange durch „3“, meinte Chvatal, die Konsolidierung am österreichischen Markt sei erwartet worden und richtig. In diesem kapitalintensiven Geschäft sei es schwierig, mit kleinen Marktanteilen große Investitionen durchzuführen. Er erwarte sich von den Regulierungsbehörden eine „faire Entscheidung“ hinsichtlich möglicher Auflagen. Chavtal befürchtet vor allem eine Dominanz am Datennetzsektor. Andere Themen seien „Frequenzen“ und „nationales Roaming“. „Wir werden uns positionieren, wenn alles auf dem Tisch liegt“, meinte dazu Finanzchef Wolfgang Kniese.

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