© Jürg Christandl

Bericht
10/22/2011

Telekom: Pecik plant Verkauf an Vimpelcom

Laut dem Magazin "Format" hat der Investor Ronald Pecik bereits 20 Prozent der Anteile an der Telekom Austria und strebt einen 30-Prozent-Anteil an. Die Staatsholding ÖIAG ist zurückhaltend: „Bleiben stabiler Kernaktionär.“

Der Einstieg des Investors Ronald Pecik bei der börsenotierten Telekom Austria ziele auf eine Übernahme des Unternehmens ab, schreibt das Nachrichtenmagazin „Format“ in seiner neuen Ausgabe. Demnach sei Peciks Beteiligung nicht auf den bereits bekanntgegebenen Anteil (Aktien und Optionen für über fünf Prozent) beschränkt, sondern der Investor und sein Konsortium hätten sich „klammheimlich“ bereits 20 Prozent an der Telekom Austria gesichert, teils in Form von Optionen. Ziel sei der Erwerb von bis zu 30 Prozent der TA-Aktien. Das Paket wolle Pecik dann schrittweise binnen zwei bis fünf Jahren an die russische Vimpelcom weiterverkaufen mit einem erhofften Gewinn von mindestens 30 Prozent.

Am 17. Oktober war überraschend bekannt geworden, dass Gesellschaften von Pecik schon 0,0846 Prozent an der Telekom halten und der Investor über Töchter seiner Stiftung Optionen auf weitere 5,4 Prozent erworben hat.

Hinter dem russischen Mobilfunkriesen Vimpelcom steckt als einer der Großaktionäre der ägyptische Investor und Milliardär Naguib Sawiris. Der Mobilfunkunternehmerverkaufte Anfang 2011 fast sein ganzes Telekomimperium an Vimpelcom - für 6,5 Milliarden Dollar, davon 1,5 Milliarden in bar, den Rest in Aktien. Naguib Sawiris Bruder Samih bestätigte am 16.Oktober in der Schweizer „Sonntagszeitung“ dass sein Bruder Naguib Interesse an der Telekom Austria habe. Die ägyptische Sawiris-Familie hat mit der Orascom-Gesellschaft ein milliardenschweres Immobilien- und Tourismusunternehmen. Orascom wurde schon einmal als Kaufinteressent für die Telekom genannt.

An der Vimpelcom beteiligt ist auch die russische Alfa-Gruppe, die vom Oligarchen Michail Fridman kontrolliert wird. Weiters hält die norwegische Telenor Anteile.

ÖIAG zurückhaltend
Die Staatsholding ÖIAG hält 28,42 Prozent der TA-Aktien. Bei der ÖIAG gibt man sich auf APA-Anfrage zurückhaltend zu den Berichten, dass der österreichische Telekom-Marktführer möglicherweise Ziel eines feindlichen Übernahmeplans sei. „Wir haben die ad-hoc-Meldung der Telekom Austria zur Kenntnis genommen“, sagt ÖIAG-Sprecher Bernhard Nagiller zur APA. „Die ÖIAG ist ein stabiler Kernaktionär der Telekom Austria.“

Der Telekom-Marktführer in Österreich, über dessen Server hochsensible Daten laufen, befindet sich in einer heiklen Position. Insider verweisen darauf, dass das Unternehmen zunächst erkunden müsse, wer hinter den Marktbewegungen stecke, und danach seine Strategie ausrichten müsse.

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