B2B
31.05.2018

Uber-Chef: Wollen "Amazon der Beförderung" werden

Taxis, Leihfahrräder, Lastwägen und in ferner Zukunft auch Roboterautos - Uber will alles aus einer Hand anbieten.

Der Chef des US-Fahrdienstvermittlers Uber, Dara Khosrowshahi, hat bekräftigt, dass das Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Verkehr der Zukunft weit über das heutige Kerngeschäft mit Chauffeur-Angeboten anstrebt. Uber wolle "das Amazon der Beförderung" werden, sagte Khosrowshahi in der Nacht zum Donnerstag auf einer Konferenz des Technologieblogs Recode in Kalifornien.

Öffis als Anhaltspunkt

Er spielte damit auf die Vision von Amazon-Gründer Jeff Bezos an, den Online-Händler zum "Allesverkäufer" zu machen. Uber kaufte jüngst einen Anbieter von Elektro-Leihfahrrädern und vermittelt in den USA zum Beispiel auch Fracht für Lastwagenfahrer.

In Zukunft will Uber unter anderem auch öffentliche Verkehrsmittel in die Berechnung der Beförderungs-Optionen einbinden. Ein ähnlich umfassendes Konzept verfolgen unter anderem auch Daimler mit seiner Tochterfirma Moovel, Ford und der Kartendienst Here, der den deutschen Autobauern Daimler, Audi und BMW gehört.

Waymo-Integration

Weiters betont Khosrowshahi auch, trotz eines tödlichen Unfalls an der Entwicklung selbstfahrender Autos dranbleiben zu wollen. Uber will über seine App langfristig auch Roboterautos anbieten, und zwar nicht nur jene der eigenen Marke, sondern auch die autonomen Fahrzeuge anderer Hersteller bzw. Betreiber. Wie The Verge berichtet, will der Uber-Chef u.a. auch Waymo in Uber integrieren. Die Google-Tochter sei herzlich dazu eingeladen, mit Uber zu kooperieren, meint Khosrowshahi.

Über Kalanick hinweg

Khosrowshahi betonte den Wandel von Uber nach Vorwürfen eines rücksichtslosen Geschäftsgebarens in der Vergangenheit. "Wir sind ein anderes Unternehmen, wir haben andere Werte", sagte Khosrowshahi. Uber hatte sich bei seiner aggressiven globalen Expansion unter dem Mitgründer Travis Kalanick mit Behörden und Taxi-Branche angelegt. Zudem wurde der Firma eine Unternehmenskultur voller Diskriminierung und Sexismus vorgeworfen. Das war einer der Gründe dafür, dass besorgte Investoren Kalanick vom Chefposten verdrängten und im Herbst Khosrowshahi an die Spitze kam.

Laut CNBC kann sich Khosrowshahi einen Börsengang von Uber im Jahr 2019 vorstellen. Das Unternehmen sei auf Schiene dafür. Gespräche mit Banken seien aber noch nicht begonnen worden.