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B2B
08/07/2019

Uber und Lyft geben zu, den Stadtverkehr zu verschlimmern

Die beiden Dienste hatten vorher behauptet, dass durch sie das Verkehrsaufkommen in Städten reduziert werden könne.

Uber und Lyft haben lange Zeit argumentiert, dass Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung das Potenzial haben, den Stadtverkehr zu erleichtern und die Notwendigkeit eines eigenen Autos zu reduzieren. Wurden Studien veröffentlicht, die aufgrund dieser Fahrdienste aber eine Verschlimmerung des Stadtverkehrs ermittelt haben, zweifelten beide Unternehmen die Ergebnisse öffentlich an.

Hausinterne Studie

Bis jetzt. Und auch nur, weil die neuen Erkenntnisse hausintern ermittelt wurden. Die Dienstleister haben dafür das Transport-Beratungsunternehmen Fehr & Peers beauftragt, die zurückgelegten Fahrzeugmeilen (auf Englisch: VMT) in sechs Städten zu überprüfen, wie The Verge berichtet. Die Resultate sollten im Anschluss mit der gesamten VMT-Rate in jeder Region verglichen werden.

Die Anzahl der Autos der beiden Dienstleister wird zwar von der der privaten und kommerziellen weit übertroffen, doch ist sie deutlich für erhöhte VMT-Werte verantwortlich, die Staus verursachen können. Untersucht wurden sowohl Stadtkern als auch Vororte.

Verkehrsstockung im Zentrum

Während Uber und Lyft an den Stadtgrenzen zwar nur für 1 bis 3 Prozent der VMT verantwortlich sind, müssen sie im Zentrum für 13,4 Prozent der zurückgelegten Meilen geradestehen, wie es beispielsweise in San Francisco der Fall ist. Die Ergebnisse weisen eine kritischere Lage auf, als bisher angenommen. Die Zahlen aus unabhängigen Studien waren um fast die Hälfte geringer. Dieser Unterschied könnte daran liegen, dass die Nutzung der Fahrdienste in den vergangenen Jahren gestiegen ist.

Chris Pangilinan, Uber-Experte für öffentlichen Verkehr, schreibt in einem Blog-Eintrag, dass die Nutzung von Online-Vermittlungsdiensten trotz ihrer Popularität immer noch sehr gering im Vergleich zum restlichen Verkehr ist. Dennoch gibt er zu, dass beide Dienstleister für mehr Stau verantwortlich sein könnten – im Vergleich zu privaten und kommerziellen Fahrzeugen jedoch nur geringfügig. Lyfts Antwort: „Wir wissen, dass private Fahrzeuge mit 76 Prozent der Amerikaner, die alleine in die Arbeit fahren, der größte Faktor ist“, sagt Peter Day. Dennoch wolle das Unternehmen helfen, die Herausforderungen in Städten zu lösen.

Die Theorie zuvor war, dass die Verfügbarkeit von Uber und Lyft Menschen dazu veranlasst, kein Auto mehr zu benötigen. Sie würden erst gar keines kaufen oder das vorhandene Auto verkaufen, was wiederum die Anzahl der Autos in der Stadt reduziere. Tatsächlich dürften aber die günstigeren Preise als bei regulären Taxis dafür gesorgt haben, dass jetzt Menschen Uber und Lyft für Strecken nutzen, die sie sonst zu Fuß, per Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt hätten. Gleichzeitig besitzen sie aber immer noch ein eigenes Auto für längere Fahrten. Verkehrsexperten hatten diese Entwicklung vorhergesagt.