B2B 12.07.2016

US-Börsenaufsicht schaut sich tödlichen Tesla-Crash an

Tesla Model S. © Bild: AP/Ng Han Guan

Laut einem Zeitungsbericht untersucht die mächtige US-Börsenaufsicht SEC, ob Tesla seiner Informationspflicht gegenüber den Anlegern nicht ausreichend nachgekommen ist.

Der tödliche Tesla Crash Anfang Mai in Florida könnte für das Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. Die mächtige US-Börsenaufsicht United States Securities and Exchange Commission ( SEC) geht laut einem Zeitungsbericht der Frage nach, ob der Elektroauto-Hersteller Tesla die Anleger zu spät über den tödlichen Unfall mit einem vom Computer gesteuerten Auto informiert hat. Die Untersuchung sei noch in einem sehr frühen Stadium und werde möglicherweise zu keinen Maßnahmen führen, schränkte das Wall Street Journal zugleich ein. Die zentrale Frage ist, ob der Crash eine für Investoren relevante Information gewesen sei, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person am späten Montag. Tesla erklärte dem Sender CNBC, man habe keine Informationen dazu von der SEC erhalten.

Tesla hatte sich bereits vergangene Woche gegen den Vorwurf gewehrt, Aktionäre nicht rechtzeitig über den Unfall informiert zu haben. Das Unternehmen hatte keine zwei Wochen nach dem Crash Aktien für 1,4 Milliarden Dollar verkauft, um Geld für den Produktionsausbau zu heben. Zu diesem Zeitpunkt war einer breiten Öffentlichkeit der Unfall noch nicht bekannt.

Vorwürfe von Fortune

Im Magazin Fortune warf die legendäre amerikanische Finanzjournalistin Carol Loomis entsprechend die Frage auf, ob Tesla die Investoren darüber hätte in Kenntnis setzen müssen, dass erstmals ein Mensch in einem vom Computer gesteuerten Auto gestorben ist. Tesla konterte in einem Blogeintrag in der Nacht zum Donnerstag, die Untersuchung der Fahrzeugdaten sei erst Ende Mai abgeschlossen worden. Außerdem habe auch das Bekanntwerden des Unfalls den Tesla-Aktienkurs kaum beeinflusst. Der Fortune-Bericht führte sogar dazu, dass Tesla-Chef Elon Musk auf Twitter der Kragen platzte er und offen von einem „Bullshit-Artikel“ sprach.

Der Crash, bei dem ein vom Assistenz-System „Autopilot“ gesteuerter Tesla unter einen Lastwagen-Anhänger raste, ereignete sich am 7. Mai. Der Aktienverkauf wurde am 18. Mai angekündigt. Da habe Teslas Untersuchung des Unfalls aber gerade erst begonnen, hieß es. Bekannt in der Öffentlichkeit wurde der Todesfall erst mit Ermittlungen der Verkehrsbehörde NHTSA Ende Juni. Kurz danach wurden noch mehr Autopilot-Unfälle von dem Elektroautohersteller bestätigt. Neben den Untersuchungen der SEC hatte sich zuvor bereits die US-Transportbehörde NTSB sowie das deutsche Verkehrsministerium eingeschaltet.

( Agenturen , futurezone ) Erstellt am 12.07.2016