B2B 28.04.2018

US-Gericht stoppt Verkauf von Xerox an Fujifilm

© Bild: AP / Elise Amendola

Ein Interessenskonflikt beim Firmenchef sorgt dafür, dass der Milliardendeal vorerst nicht über die Bühne gehen kann.

Zwei Großaktionäre von Xerox haben den geplanten Verkauf des amerikanischen Traditionsunternehmens nach Japan mit einer einstweiligen Verfügung gestoppt. Ein New Yorker Richter sieht einen Interessenskonflikt bei Xerox-Chef Jeffrey Jacobson beim Aushandeln des Deals mit dem japanischen Foto- und Druck-Spezialisten Fujifilm, wie unter anderem der Finanzdienst Bloomberg berichtete.

Deshalb müsse der Verkauf bis zu einer Entscheidung über die Klage der beiden Investoren ausgesetzt werden. Xerox will die einstweilige Verfügung anfechten. Die Investoren Carl Icahn und Darwin Deason, die gemeinsam rund 15 Prozent der Xerox-Anteile halten, machen seit der Ankündigung im Jänner Front gegen den Deal. Xerox könnte den Anteilseignern als eigenständiges Unternehmen viel mehr bringen, argumentierten sie.

Neuer Anlauf für Machtwechsel

Die US-Firma soll komplett in ein bereits bestehendes Gemeinschaftsunternehmen mit Fujifilm eingebracht werden. Die beiden Investoren fordern stattdessen, das Gemeinschaftsunternehmen aufzulösen und die Xerox-Spitze für einen Neuanfang auszuwechseln. Die Entscheidung des Richters erlaubt es ihnen auch wieder, Kandidaten für den Verwaltungsrat vorzuschlagen. So könnten sie mit Unterstützung anderer Aktionäre die Kontrolle bei Xerox übernehmen.

Der Richter begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass der Xerox-Chef von Plänen wusste, ihn abzulösen - und es Hinweise darauf gebe, dass er mit Fujifilm zusammengearbeitet habe, um seinen Job zu sichern.

Vorreiter dank Parc

Xerox ist an der Börse rund acht Milliarden Dollar wert. Die Firma war dank der Entwicklung des Fotokopierers zu einem der bekanntesten US-Unternehmen geworden. Um neue Geschäftsbereiche zu erschließen, gründete Xerox das Forschungszentrum Parc, an dem unter anderem Laserdrucker und die grafische Bedienoberfläche für Computer erfunden wurden. Die Konzepte aus dem Xerox Parc wurden von Firmen wie Apple und Microsoft aufgegriffen. Xerox selbst kam am Ende jedoch nicht aus der Bürotechnik-Nische heraus.

( Agenturen ) Erstellt am 28.04.2018