B2B
11.09.2013

Vivendi will sich in zwei Teile aufspalten

Der französische Konzern strebt eine Trennung von Medien und Mobilfunk an.

Der französische Medien- und Telekommunikationsriese Vivendi will sich in zwei Teile aufspalten. Eines der künftigen Unternehmen solle aus der Mediensparte bestehen, das andere aus dem Mobilfunk-Anbieter SFR, teilte Vivendi am Mittwochabend in Paris mit. Die Mobilfunksparte leidet unter der harten Konkurrenz in Frankreich. SFR solle „eine größere Freiheit“ bei Strategie und Partnern erhalten, hieß es in der Vivendi-Erklärung. Der Mobilfunkanbieter steckt in einer schwierigen Phase, seit der Billiganbieter Free Anfang 2012 auf den französischen Markt kam und einen regelrechten Preiskrieg entfachte.

Im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten war immer wieder die Rede davon, dass sich Vivendi mehr auf seine einträgliche Mediensparte konzentrieren wolle. Neben der Trennung vom Mutterhaus hatte die Vivendi-Spitze auch einen SFR-Börsengang in Erwägung gezogen.

Derzeit macht SFR noch fast 40 Prozent des Umsatzes der Vivendi-Gruppe aus. SFR hatte Ende Juli die Aufnahme von Verhandlungen mit dem französischen Telekomanbieter Bouygues angekündigt, um gemeinsam Netze zu nutzen. Die hundertprozentige Vivendi-Tochter SFR hatte Ende März fast 21 Millionen Mobilfunk-Kunden, von denen fast 17 Millionen Abonnenten waren.

Gewinneinbruch

Im ersten Halbjahr war der Vivendi-Gewinn um 11,2 Prozent eingebrochen, nicht zuletzt wegen der rückgängigen Zahlen bei SFR. Der Gewinn lag aber immer noch bei rund einer Milliarde Euro. Der Umsatz der Gruppe erreichte von Jänner bis Juni 10,8 Milliarden Euro. Allein beim Tochterunternehmen Universal Music Group stiegen die Verkäufe im ersten Halbjahr um 16,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Im Medienbereich soll der Vivendi-Erklärung zufolge eine neue internationale Mediengruppe entstehen, die ihren Sitz in Frankreich haben soll. Neben der Musiksparte, in der Vivendi weltweit Marktführer ist, umfasst diese unter anderem den Filmbereich in Europa oder Bezahlfernsehen in Frankreich, Afrika, Vietnam und Polen. Zur Vivendi-Gruppe gehört unter anderem der Bezahlsender Canal+.

Die endgültige Entscheidung zur Aufspaltung könnte den Angaben zufolge Anfang nächsten Jahres fallen und der Hauptversammlung unterbreitet werden. Zugleich gab des Unternehmen die Nominierung des größten Aktionärs Vincent Bollore als Vizepräsident des Verwaltungsrates bekannt.