B2B
13.08.2018

Warum Saudi-Arabien helfen könnte, Tesla von der Börse zu nehmen

Allzu viele mögliche Geldgeber für die Tesla-Privatisierung gibt es nicht. Saudi-Arabien, China und Softbank werden immer wieder genannt.

Mit einem einzigen Tweet hatte Elon Musk die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Tesla von der Börse zu nehmen, sei der Plan, schrieb der Tesla-Chef und setzte eine Kette von wilden Spekulationen in Gang.

Wie ein solches Vorhaben finanziert werden könnte, ist nach wie vor unklar. Dafür bräuchte es finanzstarke Investoren, die nicht nur das nötige Geld, sondern auch viel Vertrauen für Musk und seine Firma aufbringen.

Softbank als möglicher Geldgeber

Zwei mögliche Partner werden immer genannt: Softbank und Saudi-Arabien. Der Vision Fund des Technologie-Konzerns Softbank hätte die finanziellen Möglichkeiten, hält aber Tesla offenbar für überbewertet. Außerdem tätigte Softbank erst im Mai ein Milliarden-Investment in den Tesla-Rivalen GM Cruise, der Selbstfahrenden-Auto-Abteilung von GM.

Dass Softbank Interesse an Tesla hat, ist allberdings nicht von der Hand zu weisen. Denn Softbank war schon einmal in Gesprächen mit Musk über eine Tesla-Beteiligung. Bereits vor einem Jahr habe Musk mit dem japanischen Großinvestor Masayoshi Son und seiner Softbank Group über einen Einstieg bei Tesla und einen möglichen Börsenrückzug gesprochen. Die Gespräche im April 2017 seien wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Eigentümerstruktur aber gescheitert.

Auch an einem möglichen Investment vom saudi-arabische Staatsfonds (Public Investment Fund PIF) gibt es Zweifel. Reuters berichtet, dass zeigen die Manager des Staatsfonds kein Interesse an einer größeren Tesla-Beteiligung. Der PIF hatte vor nicht allzu langer Zeit 45 Milliarden in Softbank investiert und wolle abwarten, wie Softbank an die Sache herangeht.

Oder doch Saudi-Arabien?

Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtet allerdings, dass sich Manager des saudi-arabischen PIF in Gesprächen mit Tesla über eine mögliche Finanzierung des Mega-Deals befinden. Saudi-Arabien hält derzeit fünf Prozent am Elektroautobauer und möchte diese massiv ausweiten, so Bloomberg. Tesla von der Börse zu nehmen, wäre für den PIF die ideale Möglichkeit, für dieses Vorhaben.

Saudi-Arabien sei permanent auf der Suche nach strategischen Möglichkeiten, seinen Reichtum für die Zeit nach Öl zu sichern. Das Land will gerüstet sein, wenn der Öl-Markt nicht mehr allzu lukrativ ist. Unter diesen Vorzeichen würde eine Investition in einen Ton-angebenden Elektroautohersteller für das ölreiche Land durchaus Sinn machen.

Auch China könnte in Tesla einsteigen

Ein weiterer Player für die Privatisierung von Tesla wäre China, schreibt Wired. Dort boomt die Elektromobilität und eine wesentliche Beteiligung für chinesische Investoren an Tesla könnte die Vormachtstellung Chinas in diesem Bereich noch weiter zementieren.

Auch die chinesische Regierung treibt die Elektromobilität voran. Im kommenden Jahr will China für zehn Prozent aller E-Auto-Verkäufe verantwortlich sein, so das Ziel Chinas. Auch dies sei ein Grund, warum chinesische Geldgeber derzeit auf der Suche nach weitreichenden Investments in E-Autohersteller sind.

Aktie auf hohem Niveau

Die Tesla-Aktie hält sich vorerst auf hohem Niveau. Nach Musks-Tweet ist der Aktienkurs von rund 300 Dollar auf fast 380 gesprungen. Nachdem Zweifel an Musks Plänen laut wurden und die Börsenaufsicht angekündigt hat, das Vorhaben unter die Lupe zu nehmen, ist der Kurs auf 350 Dollar gefallen, wo er sich seither festgesetzt hat.