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06.03.2012

Windows 8: Microsoft wirbt um Business-Kunden

Eine Woche nach Veröffentlichung der Consumer Preview auf dem Mobile World Congress in Barcelona nutzt Microsoft die aktuelle CeBIT, um auch Business-Kunden von Windows 8 zu überzeugen. Sicher, schnell und abwärtskompatibel soll es sein, die neue Funktion "Windows To Go" ermöglicht zudem, eine Kopie des eigenen Windows per USB-Stick mitzunehmen.

Auf seiner Eröffnungs-Keynote am Dienstagmorgen auf der CeBIT hat Microsoft-Manager Kevin Turner kräftig die Werbetrommel für Windows 8 gerührt. Im Fokus standen dieses Mal Unternehmenskunden, die es von dem neuen bunten Betriebssystem erst einmal zu überzeugen gilt. "Windows 8 bietet Usern eine vertraute Umgebung, die Unternehmen Produktivitätsvorteile verschafft und es IT-Abteilungen ermöglicht, bestehende Infrastruktur für die Verwaltung und Absicherung der neuen Geräte einzusetzen", so Turner.

Tastatur zur schnellen Bedienung

Auch in der nachfolgenden Präsentation von Business-Features vor Journalisten war Microsoft bemüht, die doch radikalen User-Interface-Veränderungen der neuen Metro-Oberfläche herunterzuspielen. Bedenken, dass das neue System zwar hübsch anzusehen sei, aber der Wechsel zwischen Metro-Oberfläche und altem Desktop den Arbeitsfluss stören könnte, konterte Microsoft mit der Empfehlung, neben der Maus auch entsprechende Tastatur-Short-cuts zu verwenden.

Durch die volle Abwärtskompatibilität zu Windows 7 seien zudem alle Investitionen gesichert. Wie berichtet, können herkömmliche Windows-Programme wie in Windows 7 verwendet werden. Sie werden im alten Desktop-Modus gestartet, der in der Consumer Preview allerdings einiger Funktionen beraubt wurde. Die Frage, ob der Funktionsumfang des Desktops in der finalen Business-Version noch erweitert wird oder etwa größere Wahlfreiheit zwischen neuer und alter Oberfläche angeboten werden, blieb auf Nachfrage der futurezone unbeantwortet. Man analysiere das jetzt eintreffende Feedback, ausgeschlossen sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts, so eine Microsoft-Sprecherin.

Sicherheit im Fokus

Punkten will Microsoft bei Unternehmenskunden unter anderem mit neuen Sicherheitsfunktionen. So gibt es einen "vertrauenswürdigen Bootvorgang", der Malware auf BIOS-Ebene den Garaus machen soll. So wird das Betriebssystem vor dem Laden auf seine Signatur überprüft. Wurde diese von Malware verändert, fährt das System erst gar nicht hoch. Aber auch im Betrieb eingefangene und installierte Malware wird bereits beim bzw. vor dem Hochfahren entdeckt. Windows 8 versucht die Schadsoftware zu entfernen und kompromittierte Dateien zu reparieren bzw. zu isolieren, bevor das System ganz hochfährt.

Für das mobile Arbeiten hat Microsoft das neue Feature "Windows To Go" entwickelt. Dieses ermöglicht, die eigene Windows-Kopie mit den Einstellungen, Daten und (Metro-)Apps des Nutzers auf einem USB-Speichergerät abzulegen und bei einem beliebigen anderen Windows-PC laufen zu lassen. Laut Microsoft muss auf dem anderen Gerät nicht Windows 8 installiert sein, um die Funktion zu nutzen, auch Windows 7, Vista und sogar XP-Computer können von "Windows To Go" profitieren. Anstelle des installierten Betriebssystems wird der personalisierte Windows 8 Desktop angezeigt.

Mobiles und virtuelles Arbeiten

Um die Sicherheit von sensiblen Daten zu gewährleisten, werden die Inhalte auf dem Datenstick verschlüsselt und hinterlassen keine Spuren auf der fremden Maschine. Bei der Präsentation funktionierte auch das Abspielen von HD-Filmen direkt vom Stick herunter problemlos und ohne Ruckeln.  Laut Microsoft könne "Windows To Go" für auswärtige Geschäftstermine, für das Home Office oder auch als Backup des eigenen Bürorechners genutzt werden. Denkbar sei auch, dass User ihren privaten Computer in die Arbeit nehmen und über "Windows To Go" auf ihre Arbeitsoberfläche zugreifen.

Darüber hinaus sollen die Virtualisierungsmöglichkeiten mit Windows 8 verbessert werden. In Kombination mit Windows 8 Server verspricht Microsoft ein leistungsstärkeres System, dass das Abspielen von HD-Videos, die Nutzung von Touchfunktionalitäten, aber auch das Betreiben von USB-Ports an den virtuellen Maschinen praktisch in Echtzeit ermöglichen soll. Fungiert etwa ein Tablet als virtuell betriebenes Gerät, kann der Server auch mit den Touch-Eingaben umgehen und diese "zurücksimulieren", gleiches gilt für die Steuerung eines per USB an die virtuelle Maschine angeschlossenen Zusatzgerätes, wie eine Kamera oder ein Headset.

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