Shop-Hack war T-Mobile seit einer Woche bekannt

© Gerhard Deutsch/APA

Mobilfunk
09/02/2011

05er-Nummern: "Zweifelhaftes" SMS von T-Mobile

T-Mobile versendet an seine Kunden SMS, um auf eine Tariferhöhung aufgrund der 05xx-Nummern hinzuweisen. Nur wer rechtzeitig mit "Nein" antwortet, wird von der automatischen Erhöhung der Grundgebühr ausgenommen. Wer nicht oder zu spät darauf antwortet, bekommt die Erhöhung auf die Rechnung. Der Konsumentenschutz hält das Vorgehen für problematisch.

von Thomas Prenner

Der österreichische Mobilfunker T-Mobile versendet dieser Tage an Kunden die Textnachricht mit dem Inhalt: "Ab 15.5. telefonieren Sie mit der Option Sonderrufnummern um nur € 2,-/Monat (ohne Bindung) unlimitiert zu 0720xx, 50xx, 57xx, 59xx, 05xx österreichweit. Benötigen Sie die Option nicht, antworten Sie mit NEIN bis 14.5." Kunden, die dieses Textnachricht übersehen oder zu spät darauf reagieren, müssen demnach mit einer Erhöhung der Grundgebühr um zwei Euro rechnen.

Noch im Februar wollte der Mobilfunkkonzern seine Kunden mit einer Aussendung zu der Thematik beruhigen. So hieß es damals, dass ein Großteil der bestehenden, sowie alle neu abgeschlossenen Tarife die betreffenden Sonderrufnummern in ihren Freiminuten integriert hätten. Kunden mit älteren Tarifen, die davon ausgenommen sind, können sich laut T-Mobile freiwillig für eine entsprechende Option entscheiden, so hieß es: "Mit dieser Option, die um 2 Euro pro Monat anmeldbar ist, kann unlimitiert und kostenlos zu 05xx- und Sonderrufnummern telefoniert werden." Zwar ist die Option für Kunden nach wie vor freiwillig, es werden jedoch automatisch alle angemeldet.

Einige Kunden haben in Internet-Foren bereits deutlich ihren Unmut geäußert, so heißt es in einer Diskussion zur Thematik: "Sie [T-Mobile] zwingen einem förmlich etwas auf, was man nicht will oder braucht."

"Nur wenige Kunden"
T-Mobile versucht in der Sache zu beruhigen. So erklärt T-Mobile-Sprecherin Barbara Holzbauer gegenüber der futurezone, dass nur jene Kunden das SMS erhalten haben, die innerhalb der letzten Monate tatsächlich zu einer 05xx-er Nummer telefoniert haben. "Wir bewegen uns hier im Promillebereich", so Holzbauer. "Wir wollten den Kunden, die diese Dienste nutzen einfach ein entsprechendes Angebot machen."

Angesprochen auf die Art der Benachrichtigung und auf die sehr kurze Frist, die gegeben wurde, meint Holzbauer: "Wenn jemand diesen Dienst wirklich nicht will, dann antwortet er ohnehin sofort auf die SMS."

VKI: "Hier krankt es an einigem"
Peter Kolba, Leiter im Bereich Recht beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), sieht in dieser Vorgehensweise eine eindeutige Problematik. "Hier krankt es an einigem", sagt Kolba im Gespräch mit der futurezone. "Der Gesetzgeber sagt im Konsumentenschutzgesetz eindeutig, dass es einer ausdrücklichen Mitteilung bedarf." So liege in der Benachrichtigung durch eine Textnachricht bereits das erste Problem: "Die Zustellung als SMS halte ich für zweifelhaft. Die Frage ist, ob in einer SMS wirklich ausreichend Infos erhalten sind, die den Kunden die Auswirkungen der Änderung abschätzen lässt."

Auch in der kurzen Frist, die von Seiten T-Mobile gegeben wird, sieht Kolba ein Problem: "Wenn sie etwa sagen, dass T-Mobile diese SMS neun Tage oder sogar noch kurzfristiger versendet, ist dies definitiv keine ausreichende Frist". Grundsätzlich kann man gegen derartige Vertragsänderungen nicht sehr viel tun, sie "müssen jedoch sauber durchgeführt werden", so Kolba.

05er-Nummern
Andere Mobilfunker lassen sich die Anrufe zu 05er-Nummern nur zum Teil bezahlen. So führte A1 eine ähnliche zusätzliche Pauschale von 2,75 Euro pro Monat ein, bei Drei und Orange zählen die Gespräche als Festnetztelefonate beziehungsweise sind in bestehende Flatrates automatisch integriert.

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