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Digital Life
06/06/2019

1000-Dollar-Standfuß: Apple lässt Videos mit Buhrufen löschen

Auf YouTube wurden zahlreiche Videos entfernt, die die Reaktion des Publikums auf einen 1000-Dollar-Standfuß zeigen.

Apple hat am Montag selbst eingefleischte Fans schockiert. Als der US-Konzern verkündete, dass für den Standfuß seines 5000 US-Dollar teuren Profi-Monitors nochmals 1000 US-Dollar fällig werden, reagierte das WWDC-Publikum mit Lachern und Buhrufen. Das war auch dem Vortragenden sichtlich unangenehm, der die Folie mit den Preisen rasch übersprang.

Apple betonte zwar bereits im Rahmen der Präsentation, dass das Pro Display XDR Profi-Bildschirme ersetzen soll, die üblicherweise mehrere zehntausend US-Dollar kosten, doch das interessierte die Netzgemeinde wenig. Auf Twitter, in Foren und auf anderen Plattformen wurde rasch über den Preis des Standfußes gespottet.

Doch Apple war das womöglich zu viel. Zahlreiche YouTube-Videos, die sich in den vergangenen Tagen viral verbreiteten, wurden wegen Urheberrechtsverletzungen gelöscht. Das berichtet unter anderem The Register. Versucht man die Videos abzurufen, bekommt man lediglich folgende Nachricht präsentiert: „Dieses Video umfasst Inhalte von Apple. Dieser Partner hat das Video aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt.“

Content ID als Übeltäter

Es ist unklar, ob Apple selbst die Löschung veranlasst hat oder ob die Videos dem berühmt-berüchtigten Content-ID-System zum Opfer gefallen sind. Dieses System beanstandet automatisiert urheberrechtlich geschützte Inhalte, schlägt dabei aber oftmals über die Stränge. So wurden bereits weißes Rauschen und Katzenschnurren von Content ID beanstandet. Auch in diesem Fall gibt es Indizien, die auf die Wahllosigkeit des Systems hinweisen. Ein Video, das eine Demonstration von Minecraft Earth zeigt, wurde unter den gleichen Umständen gesperrt, zugleich sind auch viele andere Mitschnitte von der Ankündigung des Standfuß-Preises weiterhin verfügbar.

Ein schwacher Trost: Zumindest an der Originalaufzeichnung hat Apple nichts verändert. Diese kann weiterhin auf der Apple-Webseite abgerufen werden, inklusive des schockierten Publikums. Die fragliche Passage findet man bei einer Stunde, 42 Minuten und fünf Sekunden.