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Cyberwar 419 russische Fake-Profile twitterten pro Brexit.

Dass russische Troll-Farmen Meinung für Wladimir Putins Ziele machen, ist bekannt. Nun gibt es konkrete Zahlen dazu aus Großbritannien
Dass russische Troll-Farmen Meinung für Wladimir Putins Ziele machen, ist bekannt. Nun gibt es konkrete Zahlen dazu aus Großbritannien - Foto: APA/dpa/Wolfgang Kumm
Forscher haben 419 Konten von falschen Personen identifiziert, die Stimmung für einen EU-Ausstieg Großbritanniens machten. Britische Medien fielen auf ihre Botschaften rein.

Die University of Edinburgh hat 2752 Twitter-Profile untersucht, die Twitter gesperrt hat, weil es dahinter falsche Personen vermutete, die im Propaganda-Auftrag der russischen Regierung stehen. Dabei fand die Universität heraus, dass 419 der Profile für die Verbreitung von Pro-Brexit-Stimmung in Großbritannien eingesetzt wurden, berichtet der Guardian. Insgesamt 3468 Pro-Brexit-Tweets wurden von diesen Konten abgesetzt.

Hass

Neben der Befürwortung eines EU-Ausstiegs Großbritanniens wurde aber auch versucht, Hass innerhalb der Gesellschaft zu schüren - mit Erfolg. Nach einer Terrorattacke im März sorgte in Großbritannien etwa ein Foto für Aufregung, auf dem eine verschleierte Frau zu sehen ist, die neben einem Terroropfer steht und mit ihrem Handy telefoniert. Auf Twitter wurde die Botschaft verbreitet, dass eine muslimische Frau ein Terror-Opfer ignorierte. Britische Boulevard-Medien griffen die angebliche Enthüllung sofort auf.

Troll-Farm

Als Ausgangspunkt der Tweets von russischen Fake-Profilen wird die Russian Internet Agency (IRA) mit Sitz in St. Petersburg vermutet. Dabei soll es sich um eine vom Kreml kontrollierte Troll-Farm handeln, die hunderte Blogger anstellt, um die Meinung auf Social Networks, Foren und andere Online-Plattformen im Sinne der russischen Regierung zu beeinflussen.

Gefahr für Demokratie

In Großbritanniens Parlament läuten die Alarmglocken. "Russland hat eine Architektur mit tausenden Konten errichtet, mit der sie uns mit falschen Nachrichten bombardieren können", meint etwa Damian Collins, der Vorsitzende des Kultur-, Medien- und Sport-Kommittees des britischen Parlaments. "Wir müssen herausfinden, wie verbreitet das ist und wie groß der Einfluss auf den demokratischen Prozess ist." Unterstützung erhofft sich Collins von Twitter. Das Social Network hat zugesichert, Untersuchungen von Regierungen zu Wahlbeeinflussungen verstärkt nachzugehen.

Cyberangriffe

Neben der Meinungsmache im Internet soll Russland auch Cyberangriffe auf britische Medien, Telekommunikationseinrichtungen und Energieversorger gestartet haben. Wie Engadget berichtet, hat der Geschäftsführer des britischen National Cyber Security Centre (NCSC) schwere Anschuldigungen erhoben. Er befürchtet, Russland versuche, "die internationale Ordnung, wie wir sie kennen, zu unterminieren."

(futurezone) Erstellt am 16.11.2017, 08:05

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