In Grafenwörth werden 150 Kilometer Kabel verlegt

© Lukas Dostal

Digital Life

A1 treibt Glasfaserausbau in ländlichen Gemeinden voran

A1 investiert gemeinsam mit der Gemeinde Grafenwörth im niederösterreichischen Bezirk Tulln in den Glasfaserausbau. 6 Ortschaften sollen bald über Gigabit-Geschwindigkeiten ab 1.000 Mbit/s verfügen. Insgesamt 1.200 Haushalte und Gewerbebetriebe sollen bis 2024 direkt über FTTH (Fiber to the Home) an das A1-Breitbandnetz angeschlossen werden. 

„Wir müssen schneller digital werden, das hat uns auch die Pandemie gezeigt“, sagt Alfred Riedl, Bürgermeister von Grafenwörth und Präsident des Österreichischen Gemeindebundes im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag. Das Glasfasernetz sei inzwischen eine Daseinsvorsorge, vergleichbar mit dem Wasser- oder Stromanschluss. Ohne die „Datenautobahn“ seien die steigenden Datenmengen Riedl zufolge in 10 Jahren nicht mehr bewältigbar.

Alfred Riedl und Marcus Grausam (re.)

500 Millionen Euro jährlich

Man wolle daher in vollem Tempo vorankommen. Bei der Zahl der Glasfaseranschlüsse hat Österreich generell im Vergleich zu anderen Ländern wie die Türkei, Ungarn oder Slowenien Aufholbedarf. „Daher investieren wir als A1 mehr als 500 Millionen Euro jedes Jahr in den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Österreich“, sagt der A1-Chef Marcus Grausam. Dazu zählt neben Glasfaser auch 5G.

Ausbau und Anschlüsse

Bisher habe A1 fast 70.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt – das größte Glasfasernetz Österreichs. 600.000 Haushalte seien daran bereits angeschlossen. Generell wolle das Unternehmen pro Jahr 200.000 Haushalte an das Netz anschließen. 

Im Bundesland Niederösterreich wurden insgesamt fast 15.000 Kilometer verlegt und 44.000 Haushalte an das Gigabit-Netz direkt angebunden. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres wurden über 1.000 Kilometer verlegt und rund 7.000 Haushalte an das Netz gekoppelt.

In Grafenwörth werden es 150 Kilometer sein. A1 investiert rund 6 Millionen Euro in die digitale Infrastruktur in der Gemeinde. 

Österreich ist ein "Mobilfunkland"

Dass Österreich im Hinblick auf die Anschlüsse hinterherhinkt, liegt laut einer Untersuchung der Aufsichtsbehörde RTR unter anderem an der geringen Nachfrage nach Glasfaser in den Haushalten. Grausam: „Dort, wo es eine schlechte Infrastruktur gibt, ist die Nachfrage sehr hoch“, sagt er der futurezone.

Und dort, wo bereits ausgebaut wurde, hinke die Nachfrage dem Angebot hinterher. Unter anderem liege das laut Grausam daran, weil Österreich ein „Mobilfunkland“ sei. Die Mobilfunknetze funktionieren hierzulande vorbildlich – seit etwa 5 Jahren gewinnen die heimischen Netze immer wieder europäische Netztests – allen voran A1.

„Derzeit beziehen in Österreich 1,4 Millionen Haushalte das Internet über Mobilfunk“, so Grausam. Nicht nur sei es komfortabel, einen Mobilfunk-Router zu haben, auch die Qualität der Netze sei überaus gut. Laut dem A1-CEO wird und wurde dafür von allen Mobilfunkbetreibern zudem viel Werbung gemacht. 

Chancengleichheit für Stadt und Land

Seit Beginn des Jahres wirbt A1 nun auch massiv für Glasfaser. „Ich glaube, es ist extrem wichtig, dass man die Bevölkerung darüber informiert, welche Vorteile das hat“, sagt er. In den Ortsteilen, wo A1 bereits ausgebaut hat, sei die Akzeptanz der Bevölkerung auch außerordentlich hoch. „Wir sind bei über 50 Prozent der Haushalte, die wir anschließen werden, wo wir bereits gebaut haben“.

Glasfaserausbau am Land

Bis 2024 sollen 6 Ortschaften in der Gemeinde Grafenwörth ans Giga-Netz gekoppelt werden

Laut Riedl sei der Glasfaserausbau generell eine Wertschöpfung für die Familie, eine Wertsteigerung für das Haus, aber auch eine Stärkung der Gemeinde als Wirtschafts- und Lebensstandort. „Wir merken vielfach, dass die Städter die Chance auch nutzen und wieder die umliegenden Regionen gerne als ihren Lebensraum andenken, weil sie hier Bedingungen vorfinden, die sie brauchen“, sagt er.

Anschluss kostet 300 Euro

Der Hausanschluss an das öffentliche Glasfaser-Netz kostet im Aktionszeitraum 300 Euro. Nach Abschluss der Planungsphase steigen die Kosten. Die Hauszuleitung beträgt weitere 300 Euro – „wenn ein Hauseigentümer aber selbst graben will, dann ziehen wir nur das Kabel ein“, so Grausam. 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und A1.

5G-Ausbau schreitet voran

Auch der 5G-Ausbau schreitet in Österreich voran. Aktuell würde man etwa 75 Prozent der Bevölkerung damit erreichen. „In den letzten paar Jahren haben wir mehr als 4.000 Mobilfunkstationen in ganz Österreich aufgebaut“, sagt Grausam.

Auch in Niederösterreich sei A1 diesbezüglich ein großer Player. Hier profitieren fast 70 Prozent der Bevölkerung von 5G. „Wir haben dazu knapp 1.000 5G-Sender in Betrieb genommen“, sagt der A1-Chef.

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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