Digital Life
03.10.2015

Adblock verkauft - schleust nun auch Werbungen durch

Der Entwickler von Adblock, mit 40 Millionen User einer der populärsten Browser-Erweiterungen überhaupt, hat seinen Dienst verkauft. Der Deal ist mysteriös.

User von Adblock bekommen dieser Tage ein Pop-up angezeigt, in dem darauf hingewiesen wird, dass der populäre Adblocker zukünftig am "Acceptable Ads program" mitmachen mit. Übersetzt heißt das, dass der Adblocker damit künftig auch "akzeptable" Werbung durchschleust - wie es der Konkurrent Adblock Plus seit längerem tut. Im P.S. der Meldung verbirgt sich der wahre Grund für die Änderung. Entwickler Michael Gundlach, der in der Vergangenheit durch die Firma Eyeo, die hinter Adblock Plus steht, laut mobilegeeks.de unter Druck gesetzt wurde, hat seinen Dienst verkauft.

Adblock Plus neuer Inhaber?

Der ganze Vorgang und auch das formulierte Statement klingt für viele in der Branche mysteriös, zumal nicht bekanntgegeben wurde, wer der neue Inhaber von Adblock sein soll. Laut mobilegeeks und anderen Quellen deutet aber alles darauf hin, dass der ehemalige Konkurrent Adblock Plus bzw. die Eyeo Gmbh hinter der Übernahme stecken könnte. Dieser betreibt das "Acceptable Ads program", bei dem sich Firmen gegen eine Gebühr von der Werbeblockade freischalten lassen können. Zuletzt war der beliebte iOS-Adblocker Crystal in die Knie gegangen.

Gundlach begründet seine Entscheidung, den Widerstand gegen das Adbock-Plus-Programm aufgegeben zu haben, da Eyeo die Kontrolle über die akzeptablen Werbeanzeigen 2016 an eine unabhängige Expertengruppe abgeben wolle. Der Vorschlag basiere auf den Empfehlungen seiner Frau, so die seltsame Begründung von Gundlach, warum er sich von seinem Unternehmen zurückziehe. Die Werbefunktion kann manuell von Usern deaktiviert werden. Die Liste der Unternehmen, die sich vom Werbeblocker freikaufen, wird indes immer länger.