Digital Life
25.09.2015

Deal: iOS-AdBlocker schleust Werbung für Bezahlung durch

Die beliebte iOS-App Crystal kooperiert künftig mit AdBlock-Plus-Entwickler Eyeo. Deren Methoden wurden bereits als "mafiös" und "Schutzgelderpressung" bezeichnet.

Crystal, mit mehr als 100.000 Downloads eine der derzeit beliebteste AdBlocker für iOS, geht einen Deal mit der Eyeo GmbH ein. Der Adblocker wird künftig Werbungen von Anbietern, die auf einer Liste sogenannter „akzeptabler Werbungen“ zu finden sind, anzeigen. Die Funktion kann deaktiviert werden, die Nutzer müssen das jedoch selbst tun. Bislang stehen rund 70 Anbieter auf dieser Liste, laut Eyeo könnten es aber schon bald weit über 700 sein. Diese Unternehmen bezahlen eine Mitgliedsgebühr, um in die begehrte Whitelist aufgenommen zu werden.

Schutzgeld im Internet

Hinter der scheinbar noblen Idee steht aber ein fragwürdiges Geschäftsmodell. Der deutsche Blogger Sascha Pallenberg kritisierte Eyeo, das auch den populären Adblocker AdBlock Plus entwickelt, als „mafiöses Werbenetzwerk“. Der Vorwurf: Das Unternehmen erpresse Schutzgeld von den Unternehmen, sodass deren Werbungen angezeigt werden. Google und Microsoft zählen bereits zu den Kunden von Eyeo.

Dean Murphy, Entwickler von Crystal, erhält nun als Partner einen Anteil an diesen Umsätzen. Laut dem Wall Street Journal werden auch Gespräche mit anderen Adblock-Entwicklern geführt.

Kampf gegen AdBlocker

Erst kürzlich zog der Entwickler von Peace, der bis dahin beliebteste iOS-Adblocker, seine App wegen moralischer Bedenken zurück. Er könne es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, Geld mit etwas zu verdienen, das anderen schade. Mit iOS 9 erlaubt Apple erstmals auch AdBlocker. Dieser Sinneswandel führt nun dazu, dass die Webseiten-Betreiber zurückschlagen. Unternehmen wie Secret Media entwickeln Technologien, die das Blocken von Werbung verhindern sollen.