Adblock jetzt auch fürs Smartphone

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Digital Life
09/14/2015

Webseiten schießen scharf gegen AdBlocker

Die Vorgehensweise vieler Webseiten-Betreiber im Kampf gegen AdBlocker wird ruppiger. Entweder der AdBlocker wird deaktiviert oder man bekommt nichts.

Der Wettkampf zwischen AdBlockern und Webseiten-Betreibern könnte schon bald eskalieren. Immer mehr Webseiten setzen auf Lösungen, die das Blocken von Werbeinhalten verhindern. Das berichtet Mashable. Die Webseiten-Betreiber reagieren damit auf die zunehmende AdBlocker-Verbreitung bei Internet-Nutzern. Laut Adobe und Pagefair gingen den Webseiten-Betreibern im Vorjahr so 21,8 Milliarden US-Dollar verloren. Die Studie wurde jedoch heftig kritisiert, da sie zur Berechnung aktuelle Werbepreise heranzog, statt den Preisverfall durch die größere verfügbare Fläche an Werbeplätzen einzubeziehen.

AdBlocker aus oder raus hier

So bekommen einige Besucher der Washington Post ein Overlay zu sehen, wenn sie einen AdBlocker verwenden. Der Benutzer hat daraufhin drei Möglichkeiten, um den Artikel zu lesen: Er registriert sich für den Newsletter oder einen Washington-Post-Account oder er deaktiviert den AdBlocker. Ansonsten bekommt er den Artikel nicht zu lesen. Derartig aggressive Methoden seien laut Ben Barokas, CEO des AdBlocker-Blockers Sourcepoint, unumgänglich. „Wir haben diese Phase erreicht, in der man sagt ‚Hey, wir sind die Herausgeber, wir würden dir diesen Content gerne geben, aber dafür musst du dir aussuchen, wie du uns dafür entlohnst.“

Viele Dienste, die Inhalte anbieten, die sonst niemand hat, beispielsweise Videotheken von Fernsehsendern (sofern sie nicht daran gehindert werden), lassen bereits jetzt ihren Nutzern keine Wahl. Nun könnten auch andere Webseiten, beispielsweise von Tageszeitungen, folgen. Mit Lösungen wie dem mobilen AdBlock Browser sowie AdBlocking unter iOS 9 kommt Werbung zunehmend auch auf Smartphones und Tablets unter Druck.

Der Höfliche verliert

Einige Webseiten versuchen es nach wie vor auf die höfliche Art und Weise. Ist ein AdBlocker aktiviert, werden statt Werbung Bilder angezeigt, in denen man darum bittet, den AdBlocker abzuschalten. Diese Methode sei aber weitestgehend wirkungslos, meint Barokas. „Wer nur an das Gewissen der Nutzer appelliert, wird deren Nutzungsverhalten nicht verändern können.“ Das zeigen auch Untersuchungen, wie jene von PageFair. Demnach haben nur 0,33 Prozent jener Nutzer, die einen derartigen Aufruf gesehen haben, eine Ausnahme in ihrem AdBlocker hinzugefügt - ein Drittel davon hat diese Ausnahme nachträglich entfernt.