Digital Life
07.08.2017

Airbnb will keine Nazis auf seiner Plattform

Weil mehrere Airbnb-Nutzer Unterkünfte für einen rechtsextremen Protestmarsch gebucht haben, wurden diese entfernt. Airbnb verweist auf sein Community-Bekenntnis.

Die US-Plattform Airbnb hat mehrere Nutzerkonten deaktiviert, weil diese Unterkünfte für den rechtsextremen „Unite The Right“-Protestmarsch gebucht haben. Das berichtet Gizmodo. Auf der Veranstaltung im US-Bundesstaat Virginia sollen bekannte Vertreter der „Neuen Rechten“, wie „Alt Right“-Erfinder Richard Spencer, der Trump-Unterstützer Baked Alaska sowie der umstrittene libertäre Politiker Augustus Invictus, auftreten.

Auf Twitter spekulierten mehrere betroffene Nutzer, dass ihre Accounts deaktiviert wurden, weil Airbnb vermutet, dass sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen. Das bestätigte Airbnb in einem offiziellen Statement. Dabei verwies man auf das Airbnb-Community-Bekenntnis, das jegliche Form von Diskriminierung untersagt. „Wenn wir bei der Überprüfung der Details oder Hinweisen unserer Community feststellen, dass Nutzer etwas vorhaben, das gegen dieses Bekenntnis verstößt, treffen wir entsprechende Maßnahmen, beispielsweise das Löschen des Accounts.“

Für Party angemietet

Airbnb vermutet, dass mehrere Häuser gemietet wurden, um Partys für die Neo-Nazi-Website „The Daily Stormer“ zu veranstalten. Entsprechende Ankündigungen gab es bereits online. Die Sperre lasse sich „nicht mehr rückgängig machen und betrifft auch alle zusätzlichen oder neuen Konten“, so Airbnb. Mit Partys hat Airbnb üblicherweise keine große Freude: Im März sorgte ein Rave in einer Londoner Airbnb-Unterkunft für Schlagzeilen, der Veranstalter wurde gelöscht.

Das Community-Bekenntnis wurde ursprünglich wegen der Diskriminierung von Gästen eingeführt. Zahlreiche Airbnb-Hosts lehnten Gäste wegen ihrer Hautfarbe oder sexuellen Orientierung ab. Zudem bietet man Nachbarn von Airbnb-Unterkünften eine Plattform an, auf der sie sich bei Problemen beschweren können.