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Kinder & Medien
11/03/2011

AK: Jugendschutz bei Handys nicht ausreichend

Die Arbeiterkammer (AK) hat bei den Handyanbietern nachgefragt, was für Möglichkeiten es gibt, um die Nutzung von Handys kindergerecht zu machen. Doch bei Vertragshandys fehlen oft individuelle Kostenlimits oder Kontrollmöglichkeiten der Inhalte.

Was steuern eigentlich Handyanbieter bei, um den Eltern die Handyauswahl, Kostenkontrolle oder sichere Nutzung für die Kids zu erleichtern? Die AK hat bei vier Anbietern nachgefragt - das Ergebnis war ernüchternd: Auf Nummer sicher gehen Kinder nur mit Wertkartenhandys. Bei Vertragshandys fehlen oft individuelle Kostenlimits und Kontrollmöglichkeiten für bestimmte Inhalte. Manche Anbieter offerieren einen Minischutz - die wenigen Extras sind jedoch uneinheitlich und sind teilweise sogar kostenpflichtig, kritisierte die AK am Donnerstag.

Einverständnis der Eltern
A1, T-Mobile/tele.ring, Orange und Drei wurden diesbezüglich unter die Lupe genommen: Je nach Anbieter gibt es ein Vertragshandy für Jugendliche ab zehn oder ab 14 Jahre - nur mit einem Einverständnis und einer Haftungserklärung der Eltern. Für einen selbstständigen Vertragsabschluss müssen die Jugendlichen volljährig sein.

Die meisten Anbieter raten zu Wertkarten. Doch der versprochene Schutz entspreche nur selten der Realität. Bei Wertkarten gebe es Extras für die Kleinen - zum Beispiel kostenlose Kinder-TV-Kanäle. Ist das Guthaben weg, können Kinder bei Orange ein „Call me“-SMS zur Wiederauflade-Erinnerung an die Eltern senden, zeigte der AK Test.

Keine Kostenbegrenzung
Dienste zur Kostenbegrenzung für Kinder mit Vertragshandys gibt es laut AK so gut wie keine. Nur „Altkunden“ von Orange können (im nicht mehr aktiv angebotenen Tarif Hallo Europa 5) um einen Euro pro Monat individuell ein monatliches Nutzungslimit (zwischen 15 und 150 Euro) wählen. Bei Datendiensten warnen die Anbieter per SMS vor dem baldigen Verbrauch der Pauschale oder bei bestimmten Überschreitungssummen. „Schutzengel Manfred“ (Orange) warnt Neukunden automatisch nicht nur bei 90-prozentigem Datenverbrauch, sondern auch dann, wenn weniger als 60 Freiminuten und 20 SMS übrig sind.

Zugriff aufs Internet
Der Internetzugang am Handy ist bei allen Anbietern standardmäßig aktiviert. Bei A1 und Drei kann das Internet nur am Handy deaktiviert werden. Bei Orange und T-Mobile/tele.ring ist auf Elternwunsch eine Internetsperre vom Anbieter her möglich, was bei Letzterem aber 20 Euro kostet.

Bei T-Mobile/tele.ring und Drei greifen Safety-Packages automatisch, wenn bei Vertragsabschluss bekanntgegeben wird, dass der Handynutzer minderjährig ist. Bei Drei sind Mehrwertdienste, Erotikdienste auf 3Planet und Roaming gesperrt; bei T-Mobile/tele.ring überdies auch der Zugang zu Auslandsrufen und kostenpflichtigen Portal-Downloads. Bei Orange greift eine „Jugendschutz-Sperre“ für Mehrwertdienste - 16plus-Portalinhalte und Bezahlen per Handy geht nur auf Elternwunsch.

AK-Forderungen
Die AK fordert nun, dass Mehrwertdienste und nicht altersgerechte Angebote bei einer Vertragsmeldung minderjähriger automatisch gesperrt werden. "Nur auf Wunsch der Eltern sollen solche Dienste freigeschaltet werden", heißt es. Zudem wünsche man sich eine bedarfsgerechte Steuerbarkeit beim Zugang zu Diensten. Zudem müsse man Kinder warnen, wenn sie kostenlose Portale verlassen würden und kostenpflichtige Datenverbindungen aufbauen.

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