Digital Life
03/05/2019

Amazon nimmt Anti-Impf-Dokus aus seinem Angebot

Der Onlinehändler streicht nach Kritik durch US-Abgeordneten mehrere Dokumentationen aus seinem Streamingdienst.

Amazons Streamingdienst "Prime Video" hat auf die Kritik eines Abgeordneten aus Kalifornien reagiert und mehrere Anti-Impf-Dokus aus seinem Angebot genommen, wie mashable berichtet. Die Dokumentarfilme "Vaxxed: From Cover-up to Catastrophe", "Man Made Epidemic", und "Shoot' Em Up: The Truth About Vaccines" sind seit einigen Tagen nicht mehr im Streamingkatalog auffindbar. Das haben Journalisten von BuzzFeed und CNN bemerkt und via Twitter kundgetan.

Am vergangenen Freitag hatte Adam Schiff aus Kalifornien, der für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt, einen Brief an Amazon-CEO Jeff Bezos geschrieben, indem er kritisiert hatte, dass Amazon Produkte und Inhalte aus dem Umfeld der in den USA starken Impfgegnerbewegung vertreibe. Amazon hat sich bisher noch nicht öffentlich zu der Kritik oder der Entfernung der Dokumentationen aus dem Angebot geäußert. Die DVD-Versionen der Dokus und Anti-Impf-Bücher verkauft der Konzern über seinen Online-Shop jedenfalls weiterhin.

Schiff hat auch Google und Facebook aufgefordert, keine Anti-Impf-Inhalte mehr an Eltern auszuspielen. Auf Googles Videoplattform YouTube werden seit kurzem keine Werbeeinschaltungen mehr in entsprechenden Videos geschaltet. Facebook sagt, es arbeite an Maßnahmen. Pinterest hat radikal reagiert und blockiert Suchanfragen zum Thema komplett, bis ein Weg gefunden werde, um die Verbreitung von Falschnachrichten in diesem Bereich zu unterbinden.