Digital Life
07.02.2017

Apple soll Facetime manipuliert haben, um Geld zu sparen

Eine in den USA eingebrachte Sammelklage wirft dem Konzern vor, den Videochat-Dienst Facetime absichtlich manipuliert zu haben, um Nutzer zu einem Upgrade zu zwingen.

Apple-Nutzer, die nach April 2014 Apples Videochat-Dienst FaceTime nutzen wollten, aber auf ihren Geräten noch iOS 6 installiert hatten, sahen sich mit einer Fehlermeldung konfrontiert. Von Apple erfuhren sie, dass der Fehler nur durch ein Update auf iOS 7 behoben werden könne. Laut einer am vergangenen Donnerstag in den USA eingebrachten Sammelklage wurde der Bug von Apple absichtlich herbeigeführt, um Nutzer zu dem Upgrade auf die neue Version des mobilen Betriebssystems zu zwingen, berichtet Apple Insider.

Patentklage verloren

Laut der Klageschrift wollte Apple damit Geld sparen, denn die Rechnungen des Multimedia-Dienstleisters Akami für die Übertragung der Videochats beliefen sich zu dem Zeitpunkt auf mehr als acht Millionen Dollar monatlich. Auf die Dienste von Akami musste Apple zurückgreifen, weil die Peer-to-Peer-Technologie, die zur Übermittlung der Videochats zum Einsatz kam, gegen Patente der Firma VirnetX verstieß. 2012 wurde Apple deshalb zu einer Zahlung von mehr als 300 Millionen Dollar verurteilt. Ein Workaround für die kostensparende Übermittlung der Videochats war erst mit iOS 7 verfügbar.

Schadenersatz

Die Kläger werfen Apple vor, FaceTime auf iOS 6 absichtlich zum Absturz gebracht zu haben, um die Installation von iOS 7 zu erzwingen. Ihre Vorwürfe stützen sie auf interne Apple-E-Mails und auf eine Support-Seite von Apple aus dem Jahr 2014, in der davon die Rede ist, dass Facetime mit iOS 6 nicht mehr kompatibel sei. Ältere Geräte, wie das iPhone 4 und das iPhone 4S seien durch das Update in ihrer Leistung stark beeinträchtigt worden, heißt es in der Klageschrift weiter. Die Kläger fordern von Apple nun Schadenersatz in nicht genannter Höhe.