Digital Life
22.04.2011

Auch Android speichert heimlich Standortdaten

Nicht nur die iPhones und iPads von Apple speichern fortlaufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer in einer versteckten Datei. Nach Angaben eines schwedischen Informatikexperten speichern auch Android-Smartphones von Google Standortdaten in einem File.

Wie der Londoner „The Guardian“ am Freitag unter Berufung auf den schwedischen Programmierer Magnus Eriksson berichtete, werden auch auf Android-Smartphones Positionsdaten in einem File gespeichert. Während die Standortdaten von iPhones und iPads bis zu einem Jahr lang gespeichert werden, wird aber auf Android-Handys nur eine begrenzte Zahl von Aufenthaltsorten in einer Datei abgelegt, so der "Guardian".

Dabei sollen die 50 jüngsten Kontakte mit Mobilfunkzellen sowie die jeweils letzten 200 Kontakte mit WLAN-Netzwerken aufgezeichnet werden. Ältere Daten werden überschrieben. Ob die Liste mit den Standortdaten an Google gemeldet werde, konnte laut "Guardian" bislang nicht herausgefunden werden. Google hat den Bericht nicht kommentiert.

iPhone trackt Position
Am Donnerstag hatten die beiden Informatiker Alasdair Allan und Pete Warden bekannt gemacht, dass das mit dem im Juni 2010 eingeführten Betriebssystem iOS4 ausgestattete iPhone 3G sowie das iPad 3G regelmäßig den Standort ihrer Nutzer und die Zeit speichert, mit deren Hilfe sich Bewegungsprofile erstellen ließen.

Nach Angaben der beiden Informatiker könnten die Daten auf den mit den Smartphones synchronisierten Computern problemlos eingesehen werden. Das Auslesen der auf Android-Smartphones gespeicherten Dateien sei wesentlich komplizierter, so der "Guardian".

Kritik von Datenschützern
Datenschützer kritisierten die Speicherung von Standortdaten durch Apple am Donnerstag scharf und forderten Aufklärung. Kritik kam auch aus der Politik. Apple müsse offenlegen, wo und wie lange und zu welchem Zweck die Daten gespeichert werden, wer Zugriff auf diese Informationen habe und wie ein unbefugter Zugriff verhindert werde, verlangte etwa die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Auch der demokratische US-Senator Al Franken forderte Apple-Chef Steve Jobs auf, die Gründe für die Datenspeicherung offenzulegen.

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