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09/21/2011

Auto-Ortung entpuppt sich als Datenkrake

Mit Services wie der automatischen Meldung bei einem Autounfall oder wenn das Auto gestohlen wurde, wollen Auto-Ortungssysteme bei Kunden punkten. Wenn jedoch, wie im Fall OnStar, die gesammelten Daten weitergegeben werden, ist die Empörung groß.

Besitzer von mit OnStar-Technologie ausgestatteten Autos können im Not-, Schadensfall oder bei Diebstahl mit umfassender Unterstützung rechnen. Dabei werden vonseiten OnStars kontinuierlich Daten über Geschwindigkeit und Aufenthaltsort gesammelt. Wie Wired jetzt berichtet, wird dieser Service jedoch nicht eingestellt, wenn Kunden sich dazu entschließen, den monatlichen Service-Beitrag nicht mehr zu bezahlen.

Adam Denison, Sprecher von General Motors, bestätigte gegenüber Wired.com, dass OnStar Daten sammle. Eine Verbindung zum Fahrzeug bleibe auch nach Kündigung aufrecht, um sowohl dem Kunden als auch dem Unternehmen selbst ein Wiederaufnehmen des Services zu erleichtern. Die OnStar-Technologien sind in über 30 General Motor-Modellen eingebaut.

Recht auf Verkauf
Am Montag hatte OnStar seinen Kunden mitgeteilt, dass die Vertragsbedingungen geändert wurden, sodass OnStar nun das Recht besitzt, die Daten in anonymisierter Form weiterzugeben. Daten würden immer wieder nachgefragt, etwa um bestimmte Streckenabschnitte auf ihr Verkehrsaufkommen zu kontrollieren, so Denison. Die Änderungen treten im Dezember in Kraft.

Kritik
„Wenn das Auto längere Zeit an einem Ort parkt, immer wieder zu diesem Ort zurückkehrt, dann wird auch ohne Namen schnell klar, dass das der Wohnort sein muss,“ so Jonathan Zdziarski, ein forensischer Wissenschaftler aus Ohio, der in seinem Blog über seine Erfahrungen mit OnStar berichtet. Er ist aus dem Service ausgestiegen und hat sichergestellt, dass er nicht mehr mit dem OnStar-Netzwerk verbunden ist. Mit den neuen vertraglichen Bestimmungen gehe OnStar entschieden zu weit, so Zdziarski.