Digital Life
14.03.2017

Betrug mit gefälschten Job-Angeboten im Internet

Fake-Anzeigen, bei denen Bewerbern Geld oder Daten entlockt werden, nehmen in Deutschland zu. Auch in Österreich ist die Masche nicht unbekannt.

Die Stellenanzeigen klingen verlockend. Sie kommen von angesehenen Firmen und geben Arbeitssuchenden Hoffnung. Dass eine Vermittlungsgebühr oder eine Anzahlung für eine zur Heimarbeit notwendigen Software verlangt wird, schreckt viele Bewerber nicht ab. Den Job bekommen sie allerdings nicht. Nicht weil sie dazu nicht geeignet wären, sondern weil es die Stelle gar nicht gibt. Die Unternehmen, in dessen Namen die Anzeigen aufgegeben wurde, wissen auch gar nichts davon.

Bislang war die als "Job Application Scam" oder "Recruitment Fraud" bekannte Betrugsmasche vor allem im angloamerikanischen Raum gebräuchlich. Wie heise.de berichtet, nimmt die Zahl der gefälschten Jobanzeigen auch in Deutschland zu. Von mehreren Hundert Fällen im Jahr ist die Rede.

"Wir kennen das"

Auch in Österreich ist die Masche bekannt. "Wir kennen das", sagt Claus-Peter Kahn, der im Bundeskriminalamt das Büro für Betrug, Fälschung und Wirtschaftskriminalität leitet. Vor Jahren habe es etwa eine Welle gefälschter Stellenangebote auf Kreuzfahrtschiffen gegeben. Bewerber, die eine Vermittlungsgebühr bezahlt hatten, standen dann im Hafen von Genua oder Venedig und wurden wieder nach Hause geschickt, weil die Reedereien von ihnen noch nie etwas gehört haben.

Betrüger würden häufig Job-Portale im Internet nutzen, weil darüber viel mehr Leute erreicht werden und die Täter weitgehend anonym bleiben könnten, sagt Kahn. Aktuell sei jedoch kein spürbarer Anstieg bei solchen Betrugsmaschen bekannt.

Daten im Visier

Häufig haben es die Betrüger auch auf die Daten von Jobsuchenden abgesehen. Die sie dann weiterverkaufen oder für Identitätsmissbrauch nutzen. In den USA haben die Betrüger meist die Sozialversicherungsnummern ihrer Opfer im Visier, die für die Identität von US-Bürgern zentral ist. Man könne davon ausgehen, dass auch hierzulande Daten von Betrugsopfern weiterverkauft würden, meint Kahn. Allerdings seien viele für einen Identitätsbetrug geeignete Daten auch in Portalen wie Xing, LinkedIn oder Facebook frei einsehbar.

Welche Schritte unternehmen Job-Portale im Internet, um dem Betrug mit Stellenanzeigen vorzubeugen? Man habe eine interne Qualitätskontrolle, die Inserate prüfe, sagt karriere.at-Sprecher Christoph Weissenböck. "Auffällige Fälschungen würden uns auffallen." Ansonsten sei man auf Hinweise von Bewerbern angewiesen.

Wie zahlreiche andere österreichische Jobportale sei auch karriere.at vor solchen Betrugsversuchen nicht gefeit. Weissenböck erzählt von einer gefälschten Anzeige im Design einer asiatischen Fluggesellschaft, bei dem für die Anreise zum Bewerbungsgespräch Geld von den Jobsuchenden verlangt wurde. "Wir haben das Inserat innerhalb kurzer Zeit offline genommen."

Worauf sollen Bewerber achten?

Worauf sollen Bewerber bei Stelleninseraten im Internet achten? Vorsicht sei geboten, wenn etwa die E-Mail-Kontaktadresse nicht mit der Web-Adresse der Firma übereinstimmt oder die Anzeige schlampig wirke, weil etwa Logos falsch eingesetzt seien. Es schade auch nicht, wenn man auf der Unternehmens-Webseite nachsehe, ob tatsächlich Jobs ausgeschrieben seien oder direkt bei der Personalabteilung nachfrage, empfiehlt Weissenböck. Und noch etwas: "Bei seriösen Jobanzeigen kommt es auch nicht vor, dass Geld von den Bewerbern verlangt wird."