Zur mobilen Ansicht wechseln »

Verschlüsselung BMW geht gegen Auto-Hacker vor.

Foto: dapd
Seit einem Jahr häufen sich in England die Meldungen, dass Autos der Marke BMW gestohlen werden. Innerhalb drei Minuten ist es den Dieben möglich, einen elektronischen Schlüssel mit dem Fahrzeug zu synchronisieren und somit ohne Gewalt einzudringen.

In der Früh außer Haus gehen und feststellen, dass das eigene Auto nicht mehr auf dem Parkplatz steht: Diese verzichtbare Erfahrung mussten in letzter Zeit immer mehr Leute, vorwiegend in England, machen. “Es ist verrückt! Da bezahlt man über 40.000 Pfund für ein Auto und jemand kann es einfach so, ohne Schlüssel nehmen”, beschwert sich der bestohlene Steven Sigh gegenüber der BBC. Die erste Meldung wurde BMW 2011 bekannt.

Wie kann das passieren?
Unter der Motorhaube der meisten Neuwagen befindet sich ein spezieller Computer, welcher für die korrekte Ausführung der Fahrzeugfunktionen verantwortlich ist. Ein elektronischer Schlüssel sendet Radiowellen an den Computer und ermöglicht somit die Ansteuerung. Falls der Schlüssel verloren geht, ist es Spezialisten möglich, innerhalb von 40 Minuten einen neuen Schlüssel zu programmieren.

Diesen Prozess scheinen Profi-Diebe vereinfacht zu haben, indem sie ein Gerät entdeckt haben, welches in ungefähr drei Minuten eine Verbindung zwischen dem Bordcomputer und einem blanken Schlüssel herstellen kann. Dieses Utensil, eigentlich für Garagenbetreiber gedacht, kann erstaunlicherweise jeder ohne bestimmte Voraussetzungen im Internet kaufen. Die Vorfälle nehmen unterdessen ein solch beachtliches Ausmaß an, dass sogar britische Polizisten Zettel an Windschutzscheiben von BMWs anbringen, um deren Besitzer zu warnen.

Stellungnahme
BMW betont, dass dem Unternehmen das Thema Sicherheit stets ein großes Anliegen ist und deshalb eng mit Polizeikräften und namhaften Institutionen wie der SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) zusammengearbeitet wird. Nachdem man von den Vorfällen erfuhr, wurde eine große Untersuchung gestartet, um dieser Art von Verbrechen entgegenzuwirken. "Leider gibt es kein unstehlbares Auto, wenn ein Krimineller sich dazu entschließt, dein Auto zu stellen, wird er einen Weg finden. Unser Job ist, es ihnen so schwer wie möglich zu machen!", sagt Ron Cliff.

Es liege hier nicht an einem speziellen BMW-Sicherheitsproblem, ist Cliff überzeugt, sondern betreffe viele Automarken, die höherwertige und teure Fahrzeuge produzieren. BMW rühmt sich, ständig globale Sicherheitsstandards einzuhalten und freut sich, bekannt geben zu dürfen, dass die jüngsten Modelle der 3er, 5er, 6er und 7er Serie und alle Autos, die nach September 2011 gebaut wurden, nicht durch die beschriebene Methode gestohlen werden können. Laut Polizei wurden die Modelle X5 und X6 am häufigsten entwendet. BMW will nun Sicherheitsupdates herausbringen, verrät dazu aber keine Details.

 

Mehr zum Thema

(futurezone/futurezone) Erstellt am 14.09.2012, 15:47

Kommentare ()

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )

Dein Kommentar

Antworten folgen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?