Der Versicherungsunternehmer Arron Banks hat viel Geld für die Brexit-Kampagnen ausgegeben.

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Digital Life
07/21/2019

Brexit-Finanzier droht Netflix wegen "The Great Hack"

Die Netflix-Doku über den Cambridge-Analytica-Skandal macht den britischen Geschäftsmann Arron Banks nervös.

Der britische Versicherungsunternehmer Arron Banks und die britische Brexit-Kampagne Leave.EU drohen dem US-Streamingdienst Netflix mit rechtlichen Schritten, berichtet der „Guardian“. Der Grund ist die von dem Streamingdienst produzierte Dokumentation „The Great Hack“ über den Cambridge-Analytica-Skandal, die am kommenden Mittwoch startet.

Die Anwälte von Banks und Leave.EU sollen Netflix in einem mit 16. Juli datierten Schreiben aufgefordert haben, allfällige Anschuldigungen gegen ihre Mandanten einsehen und richtigstellen zu können. Sollte dem Ansinnen nicht stattgegeben werden, behalte man sich weitere rechtliche Schritte vor, zitiert der „Guardian“ aus dem Brief.

„Lächerlich“

Der Co-Regisseur des Films, Karim Amer, bestätigte gegenüber der Zeitung den Erhalt eines Schreibens von Banks Anwälten. Man stehe zu den Inhalten des Films und werde sie mit allen Mitteln verteidigen, sagte Amer. Den Brief der Anwälte bezeichnete er als „lächerlich“, zumal Banks den Film gar nicht gesehen habe.

Auch Klage gegen Journalistin

Banks hatte zuvor die „Guardian“- und „Observer“-Journalistin Carole Cadwalladr geklagt. Cadwalladr hatte mithilfe des Whistleblowers Christopher Wyle den Skandal um die Datenweitergabe von Facebook an Cambridge Analytica aufgedeckt. Ein von der Datenanalysefirma entwickeltes Tool wurde sowohl von Donald Trumps Wahlkampfteam als auch von den britischen Brexit-Kampagnen eingesetzt, die von Banks mitfinanziert wurden. Cadwalladr machte auch Indizien öffentlich, die auf Verbindungen zwischen der russischen Regierung und dem britischen Versicherungsunternehmer hindeuten.

Die Klage gegen Cadwalladr rief auch britische Initiativen für Pressefreiheit auf den Plan. In einem Brief an die Regierung beklagen sie, dass wohlhabende Unternehmer zunehmend versuchen würden, kritische Journalisten unter Druck zu setzen und zum Schweigen zu bringen.