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Technologie und Kreativität Code für NFC-Projekt Ingeborg veröffentlicht.

Foto: Projekt Ingeborg
Das Projektteam von pingeb.org veröffentlichte am Samstag den Code für das "Projekt Ingeborg" unter einer freien Creative Commons-Lizenz. Damit lassen sich NFC-Tags und QR-Codes erstellen, mit denen man beispielsweise lokalen Künstlern dabei helfen kann, leichter entdeckt zu werden, indem man auf ihre Musikstücke oder E-Books verweist.

Im Sommer starteten der freie Journalist Georg Holzer und der Softwareentwickler Bruno Hautzenberger das "Projekt Ingeborg" und damit auch pingeb.org. Dafür wurden 70 Sticker mit NFC-Tags und QR-Codes in ganz Klagenfurt verteilt. Dahinter verbargen sich Links zu E-Books, Klassiker der Literatur, deren Urheberrecht bereits abgelaufen war. Um sich ein Buch herunterzuladen, müssen Nutzer lediglich ihre NFC-fähiges Smartphones auf den gelben Sticker halten oder den darauf befindlichen QR-Code fotografieren.

Das "Projekt Ingeborg" entwickelte sich von einem Verteilsystem für Literaturklassiker zu einem Dienst, mit dem man neue und spannende Künstler entdecken kann. „Am Start wussten wir nicht, wohin das alles führen würde. Aber wir wussten, dass in dieser Idee Potenzial für etwas Großes steckt. Vielleicht jetzt sogar etwas von globaler Dimension", erklärt Holzer. Auf jeden Fall könne man damit "Verrücktes mit NFC" machen, so Holzer, der auf der TEDx Vienna NFC-Enthusiasten dazu aufrief, mitzumachen und pingeb.org weiterzuentwickeln.

Netidee-Förderung
Für das Projekt, das vorerst aus Eigenmitteln finanziert wurde, gab es im September im Rahmen des Wettbewerbs netidee.at der Austrian Internet Foundation (IPA) eine Förderung von 10.000 Euro. Damit konnte das Projektteam nicht nur die bislang entstandenen Kosten des Initialprojekts decken, sondern bekam auch die Möglichkeit, den Source Code unter einer freien Lizenz (Creative Commons 3.0 BY) zu veröffentlichen. Ein einfach zu installierendes WordPress-Plugin kümmert sich um die das Management der URLs und dient zur Verbreitung der Inhalte via NFC-Tags oder QR-Codes auf Stickern oder Plakaten.

“Projekt Ingeborg” oder “pingeb.org”
Georg Holzer (l.) und Bruno Hautzenberger (r.) von pingeb.org - Foto: “Projekt Ingeborg” oder “pingeb.org”

Das kann man mit dem Tool machen
Mit dem pingeb.org-Plugin und dem kostenlosen Leaflet Maps Marker-Plugin lassen sich Zufalls-URLS für die NFC-Tags und QR-Codes erstellen, die zum Inhalt führen. Die Zufalls-URLs sollen die Inhalte nur mobil abrufbar machen. Während pingeb.org sonst eine Website wie jede andere wäre, wird vom Nutzer ein kleiner Aufwand erwartet: Er muss zum NFC-Sticker oder QR-Code hingehen, was die Wertschätzung für das digitale Werk erhöht und den Spaßfaktor bei der Entdeckung fördert.

Ein Wartungsbereich hilft bei der Identifikation inaktiver Orte, um möglicherweise verloren gegangene oder entfernte Sticker schneller zu identifizieren. Mit WordPress-Shortcodes lässt sich eine Statistikseite einrichten. Diese informiert über das Verhältnis der Zugriffe via NFC-Tags und QR-Codes. Außerdem zeigt sie eine Karte  mit den letzten Downloads an. Ein Zähler informiert über die Downloads des Tages oder deren Summe.

Anwendungsmöglichkeiten
Durch pingeb.org wird eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten für orts- und zeitgebundene Dienste im öffentlichen Raum ermöglicht: Man kann beispielsweise lokale Künstler bewerben, E-Books oder Musik von Werken (von denen man die Rechte besitzt) verbreiten. Man kann Leute mit einem täglichen YouTube-Video oder neuen Künstlern auf Soundcloud überraschen oder täglich frische Tipps für Restaurants in der eigenen Stadt verbreiten.

Die gewählte Lizenz (CC 3.0 BY) ist sehr liberal und sollte jedem die Möglichkeit geben, das Tool einzusetzen oder mit dem Code zu spielen. „Verbessert es, forkt es und baut darauf auf! Mit der Hilfe anderer kann es nur noch besser werden als es schon ist", meint Hautzenberger. Dokumentation und Code befinden sich in einem Repository auf Github.com und sind hier abrufbar: http://pep.pingeb.org.

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(futurezone) Erstellt am 03.11.2012, 12:00

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