Vergleich
03/20/2012

Computer unterliegt Mensch bei Baumerkennung

Das österreichische Programm "Deep Green" konnte im Duell mit einer Biologin und einem Förster nicht mithalten.

1996 gelang es dem IBM-Schachcomputer „Deep Blue“ als erstem Rechner der Welt, den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow zu schlagen. So weit sind Programme noch nicht, wenn es um das Erkennen von Bäumen geht. Das in Zusammenarbeit von Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) und Wissenschaftern der Technischen Universität (TU) Wien entwickelte Programm „Deep Green“ unterlag Waldexperten beim Baumerkennen, teilten die Bundesforste am Dienstag in einer Aussendung mit. Nun kann jeder Naturbegeisterte im Internet gegen „Deep Green“ antreten.

Zu komplex für App
Ursprünglich wollten die Bundesforste gemeinsam mit Experten des Instituts für rechnergestützte Automation der TU Wien eine „App“ für Smartphones entwickeln. Damit sollte es jedem Waldbesucher möglich sein, mittels Handy einen Baum zu bestimmen und Informationen zur Baumart zu erhalten. Doch „trotz umfangreichen Testmaterials und unterschiedlich angewandter Methoden konnte der Computer Nadeln, Blätter und Borke auch nach einer längeren Testphase nicht einwandfrei erkennen“, so Institutsleiter Robert Sablatnig.

Keine Chance gegen Mensch
Bei einem Duell zwischen „Deep Green“ und einem Förster und einer Biologin der Bundesforste waren die Experten mit ihrem Erfahrungswissen überlegen. „Dem Computer fehlt das Kontextwissen und Zusatzinformation wie Holzfarbe, Bodenbeschaffenheit oder Knospe“, so ÖBf-Vorstand-Georg Erlacher.

Anlässlich des „Internationalen Tag des Waldes“ am 21. März haben die ÖBf das neue Quiz „BAUMwissen“ freigeschaltet. Damit kann man im Internet gegen „Deep Green“ antreten. Dabei geht es darum, zwölf heimische Baumarten anhand von Blättern, Nadeln und Borken zu erkennen.

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